Überwachungsmassnahmen in der Schweiz wachsen weiter

28. April 2026 um 10:25
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Foto: Getty Images / Unsplash+

Die Fernmeldeüberwachung in der Schweiz hat 2025 weiter zugenommen. Besonders stark wächst der Einsatz von Antennensuchläufen.

2025 haben die Schweizer Strafverfolgungsbehörden und der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) deutlich mehr Überwachungsmassnahmen angeordnet als im Vorjahr. Beim Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) wurden rund 40% mehr Überwachungsmassnahmen angeordnet als 2024, wie aus einer Mitteilung des Bundes hervorgeht. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, allerdings mit geringerer Dynamik als im Vorjahr.
Ausschlaggebend für den erneuten Anstieg sei vor allem die Entwicklung bei den Antennensuchläufen. Ein Antennensuchlauf umfasst die rückwirkende Erfassung sämtlicher Kommunikationsvorgänge innerhalb bestimmter Mobilfunkzellen in einem definierten Zeitraum. Die Zahl der erfassten Mobilfunkzellen stieg laut Mitteilung um rund 69% auf über 19'091.
Bei den übrigen Überwachungsmassnahmen zeigt sich ein deutlich abgeschwächtes Wachstum. Die Zahl der Echtzeitüberwachungen stieg 2025 um rund 3% auf 1878 Fälle. Rückwirkende Überwachungen nahmen um 6% auf 6531 zu. Ebenfalls leicht gestiegen sind die Notsuchen, die unter anderem zur Lokalisierung vermisster Personen eingesetzt werden. Rückläufig sei hingegen die Zahl der Fahndungen, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert habe.

Deutlich mehr Auskünfte an Behörden

Stark zugenommen hat die Anzahl der Auskünfte, die der Dienst ÜPF an Strafverfolgungsbehörden liefert. Insgesamt sind rund ein Drittel mehr einfache und komplexe Auskünfte erteilt worden, heisst es in der Mitteilung. Komplexe Auskünfte – etwa Vertragsdaten oder Ausweiskopien – stiegen um 39%. Auch einfache Abfragen, etwa zu Telefonnummern oder IP-Adressen, legten deutlich zu.
Der Nachrichtendienst des Bundes weitete seine Aktivitäten ebenfalls aus. 2025 ordnete er 334 Überwachungsmassnahmen an, nach 106 im Vorjahr. Auch die Zahl der Auskunftsgesuche hat sich deutlich erhöht. Ein direkter Vergleich mit den Zahlen des Dienstes ÜPF sei allerdings nur eingeschränkt möglich, da unterschiedliche Zählweisen angewendet würden.

Anstieg bei schweren Delikten, Rückgang bei Spezialinstrumenten

Wie bereits im Vorjahr entfällt der grösste Teil der Überwachungsmassnahmen auf Vermögensdelikte. Ihr Anteil liegt bei rund 45%, mit einem deutlichen Anstieg gegenüber 2024. Überdurchschnittlich stark zugenommen haben zudem Massnahmen im Zusammenhang mit Delikten gegen Leib und Leben (+75%) sowie gegen die Freiheit (+50%). Auch bei Straftaten gegen die sexuelle Integrität zeigt sich ein markanter Anstieg (+124%). Demgegenüber sind Massnahmen im Bereich des öffentlichen Friedens zurückgegangen. Ermittlungen im Zusammenhang mit schweren Betäubungsmitteldelikten nahmen moderat zu.
Rückläufig sei die Nutzung spezieller technischer Mittel. Die Zahl der Einsätze von GovWare – also staatlicher Überwachungssoftware – sank laut Mitteilung deutlich auf vier Fälle. Auch Geräte zum Auslesen der IMSI und zur Standortbestimmung von Mobiltelefonen kamen mit 151 Einsätzen etwas seltener zum Einsatz als im Vorjahr. Diese Geräte wurden vor allem bei Notsuchen sowie bei Ermittlungen im Zusammenhang mit schweren Betäubungsmitteldelikten eingesetzt.

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