Ein Bericht von Microsoft beschreibt die weltweiten Unterschiede in der Adoption von KI und die Gründe dafür. Die Schweiz steht im Länderranking auf Platz 15.
Gestern veröffentlichte Microsoft einen Bericht zur globalen Verbreitung und Nutzerakzeptanz von KI. Der Anstieg der Verbreitung und Adoption sei steiler als bei Technologien wie dem Internet und Smartphones, so der Bericht. Die Analyse berücksichtigt dabei unterschiedliche Dimensionen wie Ressourcen, Infrastruktur und Kompetenzen. Gemäss dem Bericht sind drei Kräfte für die Verbreitung von Technologien treibend:
Erfinder und Pioniere, gemessen am AI Frontier Index;
Infrastrukturbauer, gemessen am AI Infrastructure Index;
und Nutzer, gemessen am AI Diffusion Index.
Der Bericht bezieht sich dabei auf internationale Datensätze, unter anderem von "Our World in Data", der "Common Crawl Foundation" und der Unesco, und kommt zum Schluss, dass die KI-Nutzung in der nördlichen Hemisphäre etwa doppelt so hoch ist wie in der südlichen. Entscheidend sei bei dieser Kluft unter anderem das Bruttoinlandprodukt (BIP): In Ländern mit einem Pro-Kopf-BIP unter 20'000 US-Dollar zeigen sich noch deutlichere Unterschiede als in wohlhabenden Staaten. Dabei wird die Verbreitung in Beziehung zu Variablen wie Zugang zu Elektrizität, Internetanbindung, Rechenzentren und digitalen Fähigkeiten gesetzt – eine Korrelation, die auf einer Vielzahl unterschiedlich erhobener Daten beruht.
Anzahl Rechenzentren welweit (Microsoft AI Diffusion Report)
Der Bericht macht deutlich, dass sich die Ungleichheit in der Nutzung und Entwicklung von KI in mehreren Dimensionen zeigt. So hosten die USA und China zusammen 86 Prozent der weltweiten Rechenzentrumskapazität – eine Konzentration, die technologische Abhängigkeiten verstärke und den Zugang zu Rechenleistung für viele Länder einschränke.
Auch die sprachliche Landschaft des Internets ist unausgewogen: Rund die Hälfte aller Online-Inhalte ist auf Englisch verfasst. Diese Dominanz hat unmittelbare Folgen für die Verbreitung von KI-Technologien. "In einigen Gemeinschaften, wie bei den Māori in Neuseeland, ist die Zweisprachigkeit mit Englisch ein wichtiger Aspekt der kulturellen Erhaltung. In anderen Gemeinschaften, wie bei den Hausa in Nigeria und Niger oder den Guaraní in Paraguay, ist die Nutzung von KI in der jeweiligen Landessprache der einzige Weg, um einen sinnvollen Zugang zu KI zu erhalten."
Die Schweiz im Länderranking
Das Länderranking zur Verbreitung von KI basiert hauptsächlich auf dem AI Diffusion Index. Dieser wird in einer zitierten Studie – ebenfalls von Microsoft – noch etwas genauer beschrieben. Zur Berechnung wurden von Microsoft bereitgestellte Nutzungsdaten darüber verwendet, wie viele Microsoft-Nutzer KI-Anwendungen einsetzen. Dieser Anteil wird dann mit dem Anteil der Bevölkerung multipliziert, die einen Desktop Computer oder Mobilgerät besitzt.
Die Schweiz zeigt eine KI-Verbreitung von 32,4% auf, ist weltweit auf Platz 15 platziert und liegt über dem Durchschnitt der nördlichen Hemisphäre von 23%. Marc Holitscher, National Technology Officer bei Microsoft Schweiz äussert sich dazu in einer begleitenden Mitteilung: "Die Schweiz ist gut positioniert, um in der KI-Wirtschaft eine führende Rolle einzunehmen."
Bericht zur Verbreitung von KI
Der vollständige Bericht von Microsoft kann hier gelesen werden.
Die Berechnung des AI Diffusion Index wird in dieser Studie beschrieben.