Universität Genf baut Informatikzentrum ab

18. Dezember 2025 um 15:04
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Foto: Universität Genf

Die Universität Genf plant eine Neugestaltung ihres Informatikzentrums und gleist gleichzeitig eine Forschungsplattform für Künstliche Intelligenz auf.

Die Universität Genf löst ihr Informatikzentrum nach 50 Jahren auf. Gleichzeitig wird eine neue Forschungsplattform für Künstliche Intelligenz geschaffen. Für Personal und Studierende soll die Reorganisation keine Nachteile bringen. Die Aktivitäten, das Fachwissen und die Lehrprogramme bleiben erhalten und werden in spezifische Fakultäten integriert, wie die Universität Genf mitteilte.
Das 1975 gegründete Centre Universitaire d'informatique (CUI) war eine interdisziplinäre Einheit an der Universität Genf, die sowohl als Lehreinrichtung als auch Forschungszentrum für Informatik und digitale Technologien fungierte.
Als Grund für die Reorganisation nennt die Universität die Anpassung an die sich wandelnden Bedürfnisse der Fakultäten und der Gesellschaft. Die Fakultäten hätten inzwischen ihre eigenen digitalen Kompetenzen entwickelt. Zudem stellten die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz neue Herausforderungen dar. Die Entscheidung basiere auf den Empfehlungen eines unabhängigen Expertenberichts aus dem Jahr 2024.

Studiengänge werden weitergeführt

Die Reorganisation soll ohne Personalabbau erfolgen. Die Mitarbeitenden des CUI werden ihre Arbeit innerhalb der Universität fortsetzen. Auch Studierende können ihre Studiengänge wie geplant weiterführen. Aktuell eingeschriebene Personen können ihr Bachelor- oder Masterstudium abschliessen. Die entsprechenden Studiengänge werden dafür für die nächsten sieben bis acht Jahre weitergeführt. Es geht um den Bachelor-Studiengang "Informationssysteme" und den Master-Studiengang in "Digitale Systeme und Dienste".
Um die finanziellen Auswirkungen zu begrenzen, werden für das Studienjahr 2026/2027 jedoch keine neuen Studierenden in die Kernprogramme des CUI aufgenommen. Eine Arbeitsgruppe, an der auch Studierende beteiligt sein werden, soll die Zukunft der digitalen Studiengänge gestalten.
Die Auflösung des CUI soll schrittweise erfolgen, die konkreten Massnahmen werden im Laufe des Jahres 2026 festgelegt. Parallel dazu investiert die Universität in eine neue Forschungsplattform für Künstliche Intelligenz. Diese interdisziplinäre Struktur wird dem Rektorat angegliedert und soll die Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten fördern. Sie ist zunächst für fünf Jahre geplant.

Protestaktionen gegen Streichung

Bei den Studentinnen und Studenten stiess die Ankündigung aber auf deutliche Kritik. Etwa 30 Informatik-Studierende protestierten am Donnerstag im Foyer der Universität gegen den geplanten Aufnahmestopp für neue Studierende. Sie empfinden die Massnahme als inakzeptabel und befürchten, dass die Sichtbarkeit und Bedeutung ihrer Studiengänge durch die Umstrukturierung beeinträchtigt werden könnte. Sie forderten ein Überdenken der Entscheidung.
Update 17.26 Uhr: Abschnitt zu den Protestaktionen ergänzt.

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