Die US-amerikanische Regierung von Präsident Joe Biden hat neue Einschränkungen für die Ausfuhr von KI-Technologien vorgestellt. Dabei geht es sowohl um Hochleistungs-Chips für Künstliche Intelligenz als auch um KI-Modelle, mit denen die entsprechende Software läuft.
"Je leistungsfähiger die KI wird, desto grösser werden die Risiken für unsere nationale Sicherheit", sagte Handelsministerin Gina Raimondo laut US-Medien gegenüber Journalisten. Das Rahmenwerk "soll die fortschrittlichsten KI-Technologien schützen und sicherstellen, dass sie nicht in die Hände unserer ausländischen Feinde gelangen", fügte sie an. Gleichzeitig soll es aber auch die Verbreitung und die gemeinsame Nutzung der Vorteile mit Partnerländern ermöglichen.
Länder, gegen die die USA ein Waffenembargo verhängt haben, unterliegen bereits Exportbeschränkungen für fortschrittliche KI-Chips. Neu sollen künftig auch Beschränkungen für den Transfer der leistungsstärksten KI-Modelle gelten.
Obergrenze an Rechenleistung
Ganz ausgenommen von den Beschränkungen sind knapp 20 verbündete Länder, darunter Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Südkorea und Taiwan. Die Schweiz gehört nicht zu diesen Verbündeten. Für die meisten Länder soll es beim Export von Chips eine Obergrenze an Rechenleistung geben. So sollen bis 2027 die Exporte der Chips auf eine Gesamtrechenleistung von maximal 790 Millionen TTP (Total Processing Performance) beschränkt werden.
Dabei sollen aber einige Ausnahmen gelten – etwa für Universitäten. Ebenfalls ausgenommen sind die grossen Cloud-Anbieter wie AWS, Microsoft und Google, die in diesem Jahr jeweils zweistellige Milliardenbeträge in den Aufbau neuer KI-Rechenzentren weltweit stecken wollen. Die Konzerne könnten unabhängig vom jeweiligen Landeslimit Ausnahmegenehmigungen erhalten. Dazu müssten sie aber die Bedingungen für eine Einstufung als "Universal Verified End User" erfüllen, wie es weiter heisst.
Kritik aus der Branche
In den kommenden 120 Tagen können Expertinnen und Branchen-Insider die geplanten Einschränkungen kommentieren, wobei es schon jetzt zu Kritik kommt. "Wir sind zutiefst enttäuscht, dass ein politischer Wandel dieses Ausmasses und dieser Auswirkung nur wenige Tage vor dem Wechsel des Präsidenten und ohne jede sinnvolle Beteiligung der Industrie auf den Weg gebracht wird", heisst es etwa von der Semiconductor Industry Association.
Die Massnahmen könnten der Wettbewerbsfähigkeit der USA schaden, da wichtige Märkte an Konkurrenten verloren gingen. Der Chip-Gigant Nvidia bezeichnete den Vorschlag als "fehlgeleitet" und sagte, er drohe, Innovation und das Wirtschaftswachstum weltweit zu bremsen.
(Mit Material von Keystone-sda)