USA verbieten ZTE- und Huawei-Technik

28. November 2022, 10:04
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Foto: Matti Blume / Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Die Geräte der chinesischen Hersteller sind laut der zuständigen Federal Communications Commission (FCC) ein Sicherheitsrisiko für die heimische Infrastruktur.

Der Verkauf, der Import und die Verwendung von bestimmten Geräten der chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE sind in den USA ab sofort verboten. Dies meldet die US-Nachrichtenagentur 'Associated Press'. Somit bestätigen sich die entsprechenden Gerüchte von Mitte Oktober.
Entschieden hat dies die Kommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) "einstimmig", wie es im Bericht heisst. Untersagt sind demnach Geräte, die Sicherheitsrisiken für die kritischen Infrastrukturen der USA bedeuten.

Verbot soll kritische US-Infrastruktur schützen

"Die FCC setzt sich für den Schutz unserer nationalen Sicherheit ein, indem sie sicherstellt, dass nicht vertrauenswürdige Kommunikationsgeräte nicht zur Verwendung innerhalb unserer Grenzen zugelassen sind", wird die FCC-Vorsitzende Jessica Rosenworcel zitiert.
Huawei wollte keine Stellung nehmen. Nebst ZTE und eben Huawei betrifft der Erlass auch Unternehmen wie Dahua oder Hikvision, Hersteller von Videoüberwachungskameras.

Frühere Zulassungen könnten widerrufen werden

Laut 'AP' gilt das Verbot für zukünftige Zulassungen von Geräten, die FCC behalte sich aber vor, frühere Zulassungen zu widerrufen, so die Agenturmeldung.
Das Verbot ist der Höhepunkt jahrelanger Warnungen und Vorwürfen von Sicherheitsforschern, Analysten und Geheimdiensten, dass die chinesische Regierung angeblich Telekommunikationsgeräte zur Spionage verwendet.

Huawei drosselt Investitionen in Europa

Aufgrund des Gegenwinds, den Huawei in den USA zu spüren bekommt, werden offenbar auch die Investitionen in Europa gedrosselt. Laut einem ausführlichen Bericht von 'Politico' wolle sich der chinesische Konzern auf jene Märkte konzentrieren, in denen er sich nicht mit Sanktionen konfrontiert sehe.
Dem Bericht zufolge haben mehrere Europa-Manager den Konzern verlassen. Von offizieller Seite hiess es dazu, es handle sich um normale Fluktuation, schreibt 'Politico'. Aus weiteren Quellen sei zu hören, dass Huawei unter anderem das für die Lobby-Arbeit wichtige Büro in Brüssel schliessen will. Zudem sollen die europäischen Landesgesellschaften in Düsseldorf konsolidiert werden.
Die Umstrukturierung "wird uns dabei helfen, mehr Synergien innerhalb des gesamten europäischen Geschäftsbetriebs zu schaffen; sie wird unseren Kunden hier in Europa mehr Wert bringen", so ein Sprecher von Huawei Europe gegenüber 'Politico'.
Update (14 Uhr): Der Artikel wurde um die Informationen von 'Politico' ergänzt.

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