Vor 21 Jahren: "1000 Songs zum Mitnehmen"

28. Oktober 2022 um 13:47
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Foto: Christine Sandu / Unsplash

Die tragbare Musikbox veränderte die Musikindustrie und wirkte der illegalen Piraterie entgegen. Bis heute hat Apple fast 450 Millionen iPods verkauft.

Der Walkman der Millennials, der Discman der 2000er: Vor 21 Jahren, am 23. Oktober 2001, stellte Steve Jobs den ersten iPod vor. Er war ein Rettungsanker für Apple, da der Tech-Konzern damals in der Krise steckte und kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stand. Es brauchte also einen Strategiewechsel.
Der iPod der 1. Generation wiegte 184 Gramm, war 6 Zentimeter breit, 10,1 Zentimeter hoch – die Grösse von Spielkarten. Das kleine Gerät erntete zwar viel Kritik, veränderte damals aber auch die Musikindustrie und verwandelte Apple vom reinen Computer-Unternehmen hin zu einem Tech-Konzern für Smartphones, Computer und Unterhaltungselektronik.

Im Kampf gegen Raubkopien

"Warum Musik?", fragte Jobs bei der Vorstellung des tragbaren Musik-Kastens. "Nun, wir lieben Musik, und es ist immer gut, etwas zu tun, was man liebt. Und was noch wichtiger ist: Musik ist ein Teil des Lebens eines jeden Menschen. Von allen! Musik gab es schon immer, und es wird sie immer geben. Das ist kein spekulativer Markt."
Steve stellte am 23. Oktober 2001 den ersten iPod vor. Video: Youtube
Die 5 Gigabyte umfassende Gadget bestand aus einem "Scroll Wheel", vier Hardware-Tasten und einem Button. Er war vor allem kompakter und einfacher bedienbar als seine damaligen Konkurrenten in der MP3-Player-Industrie. Das einzige Hindernis: Musik liess sich nur von einem Mac-Computer importieren, Windows-Nutzende waren vorerst ausgeschlossen. Viele Kritiker empfanden ihn als "zu teuer", ganze 532 Euro kostete er in Deutschland.
Obwohl der Preis happig war, krempelte Steve Jobs damit den Musikmarkt um. MP3-Player waren damals zwar schon altbekannt, kein Player konnte aber so viele Lieder speichern wie der von Apple. Plattenlabels und Musikverlage erkannten, dass die tragbare Jukebox tatsächlich eine Lösung gegen die grassierenden illegalen Internet-Downloads sein könnte. Auf der neu entwickelten iTunes-Plattform konnte man schliesslich für 99 Cent einzelne Songs herunterladen – Ein Durchbruch gegen Raubkopien.

Apple beerdigt die letzten iPods

In den nächsten iPod-Generationen kamen schliesslich eine getrennte Version für Windows hinzu, 10, 15 und bald auch 40 Gigabyte, eine Kapazität von bis zu 2000 und letztendlich von bis zu 10'000 Liedern.
Die Einführung des iPhones im Jahr 2007 führte dann zum Untergang des iPods. Zwar koexistieren die beiden Geräte eine Weile lang, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis letzteres verschwinden würde.
Im Jahr 2019 erschien die 7. und damit letzte Generation des auch 2007 eingeführten iPod Touch. Dieses Jahr verkündete der Technologiekonzern dann endgültig das Ende seiner iPods. Den Verkauf des klassischen iPods hatte Apple bereits 8 Jahre zuvor eingestellt. Der iPod Touch ist an Verkaufsstellen noch so lange erhältlich, wie der Vorrat reicht. In den letzten 20 Jahren hat Apple Medienberichten zufolge fast 450 Millionen dieser Gadgets verkauft.

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