Am 20. April 1998 hätte Microsoft an der jährlichen Comdex-Konferenz in Chicago einen Marketingstunt landen sollen. Bill Gates wollte dort für Windows 98 werben, das wenige Wochen später marktreif war. Der Tag ging in die Annalen der Informatikgeschichte ein, aber nicht wegen der Rede von Gates, sondern wegen der öffentlichen Premiere des "Blue Screen of Death".
Gates wurde auf der Bühne in Chicago von seinem Assistenten Chris Capossela unterstützt, der die Plug-and-Play-Funktion präsentieren wollte, mit deren Hilfe externe Eingabegeräte einfach eingestöpselt werden sollten. Während Capossela einen Scanner anschloss und über diesen Vorgang sprach, hatte der eigentliche Protagonist des Tages seine Premiere. Der PC-Screen wurde blau und zeigte bloss noch kleine, weisse Schrift.
Es war der erste öffentliche Auftritt des Blue Screen of Death, auch bekannt als "Stop Error", "Bugcheck", "Fatal Error" oder als Akronym: "BSOD".
Der Vorfall ist auf Youtube dokumentiert. Im Filmchen sieht man, wie die Zuschauer der Keynote zu lachen und Beifall zu klatschen beginnen. Capossela sagt "woah", aber behält die Fassung. Sein Chef lächelt ebenfalls und sagt: "Das muss der Grund sein, warum wir Windows 98 noch nicht ausliefern."
Der Blue Screen of Death war zwar schon vorher in freier Wildbahn beobachtet worden, der erste dokumentierte Vorgänger fand sich bereits in einem Beta-Release von Windows 1.0, aber sein Auftritt an der Comdex vor 25 Jahren beförderte den BSOD ins feste Repertoire der Informatik-Schurken. Bis heute treibt er sein Unwesen auf Windows-Betriebssystemen. Microsoft hat ihm zur Unterstützung ein Emoticon beigestellt: :(