Heute geht es Apple blendend. Das Unternehmen gehört seit Jahren zu den wertvollsten der Welt. Das war jedoch nicht immer so – vor ziemlich genau 27 Jahren stand Apple vor der Pleite. Im Geschäftsjahr 1997 erzielte der Konzern einen Verlust von einer Milliarde Dollar bei einem Umsatz von 7,1 Milliarden.
Drei Massnahmen retteten den Konzern. Zum einen war es die Rückkehr von Mitgründer Steve Jobs. Zweitens erwarben die Redmonder am 6. August 1997 stimmrechtslose Apple-Aktien im Wert von 150 Millionen Dollar. Medienberichten zufolge hatte Jobs Bill Gates zu dieser Beteiligung überredet. Und drittens gab es eine Zusage des Microsoft-Gründers, während den nächsten fünf Jahren weiterhin Mac Office anzubieten.
Die Ankündigung des Deals an der Macworld 1997
Behalten hat Microsoft die Aktien nicht, sondern sie im Oktober 2001 verkauft. Die Investition war im Konzern ohnehin umstritten. Schliesslich ermöglichte Microsoft damit Apples bis heute anhaltenden Smartphone-Höhenflug und
bodigte damit zumindest indirekt die eigenen Ambitionen in diesem Bereich. Der frühere Microsoft-CEO Steve Ballmer bezeichnete das Investment als die "verrückteste Sache, die wir je gemacht haben".
Ganz uneigennützig war das Investment dennoch nicht: Es half Microsoft, einen Kartellrechtsstreit beizulegen. Es ging um den Browserkrieg gegen Netscape, weil der Internet Explorer an Windows gekoppelt war. Wäre der Mac verschwunden, hätte Microsoft faktisch ein Betriebssystem-Monopol besessen. Die Unterstützung des Konkurrenten Apple half dem Konzern ausserdem dabei, sein Image zu verbessern.