Ein Nachbau von Jeff Bezos' erstem Büro in einer Garage. Foto: zVg
Anfang Juli feierte der Onlinegigant seinen 30 Geburtstag. In der Schweiz generiert Amazon mehr als 1 Milliarde Franken Umsatz.
Am 5. Juli wurde Amazon 30 Jahre alt. Gestartet als Onlinebuchhändler erzielte der E-Commerce-Gigant zuletzt einen Jahresumsatz von über 500 Milliarden Dollar. Für die Schweiz schätzt Carpathia den Umsatz auf eine gute Milliarde Franken.
Amazons erste Website. Quelle: Amazon History
Angefangen hat Jeff Bezos mit einem Onlinebuchladen, den er – wie es sich für eine Tech-Firma gehört – in einer Garage in der Nähe von Seattle betrieben hat. 1995 hatten gemäss Statistiken erst gut 10% der US-Haushalte überhaupt einen Internetanschluss.
Nur zwei Jahre nach der Gründung ging Amazon 1997 an die Börse. Die Papiere waren damals 18 Dollar wert beziehungsweise 0,075 Dollar, wenn man die diversen Aktiensplits berücksichtigt. Zum Vergleich: Derzeit liegt der Preis bei knapp 200 Dollar. Es folgte der Ausbau des Sortiments. Aus einem Buchladen wurde ein Geschäft mit CDs, Videospielen und vielem, sehr vielem mehr. Seit 2000 besteht der Marktplatz, der es Dritthändler erlaubt, ihr Sortiment anzubieten. Damals meldete Amazon 20 Millionen Kunden und einen Umsatz von 2,76 Milliarden Dollar.
Nochmals zwei Jahre später folgte ein Schritt, den Amazon später zum Marktführer bei Public-Cloud-Services werden lässt: die Gründung jener Abteilung, die ab 2006 unter Amazon Web Services (AWS) firmierte.
Amazon stellt seine Web Services vor. Quelle Youtube / USI Events
"Wir haben über Jahre an unserem Cloud-Geschäft gearbeitet, ohne dass wir es wussten", sagte der langjährige Chef Adam Selipsky an einer Veranstaltung 2013. Denn um Teile der eigenen Infrastruktur für Dritthändler öffnen zu können, habe man sie zuerst auseinander nehmen müssen. Dies habe Jahre gedauert, aber die eigene Plattform sei damit auch flexibler geworden.
Gleichzeitig habe Amazon daran gearbeitet, die eigenen Prozesse zu verbessern. Die Teams hätten zu viel Zeit damit verbracht, Datenbanken aufzusetzen, Server zu unterhalten und dafür zu wenig Zeit mit Services, die Geld einbringen. So sei eine Plattform entstanden, die den Mitarbeitenden Compute- oder Datenbank-Services zur Verfügung stellt. "Dies waren die ersten Elemente von dem, das später AWS wurde", Selipski. Heute trägt das Business fast 100 Milliarden Dollar zum Jahresgeschäft bei.
Über sein Kerngeschäft hinaus investiert Amazon heute in Lieferdrohnen, Satellitennetzwerke und selbstfahrende Autos. Über die Jahre gab es aber auch einige Flops. Darunter beispielsweise das Fire Phone, das 2014 in den USA auf den Markt kam, aber schnell wieder aufgegeben wurde. Zuletzt stampfte Amazon das Roboter-Geschäft Astro ein.
Im Juli 2024 verbuchte der Amazon-Konzern einen Marktwert von über 2 Billionen US-Dollar. Darüber liegen nur noch ganz wenige Firmen. Ob es Amazon gelingt, Nvidia, Microsoft oder Apple zu überholen, wird wohl auch davon abhängen, wie gut das Unternehmen dem schwächelnden E-Commerce-Geschäft und der wachsenden Konkurrenz bei Cloud und KI begegnen kann. Gründer Jeff Bezoz jedenfalls findet sich seit Jahren in Top-Positionen der Liste der reichsten Menschen weltweit.