Was Excel mit der Wahl-Software­panne zu tun hat

27. Oktober 2023 um 09:44
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Foto: Steve Johnson / Unsplash

Excel-Listen und ein kleines Skript waren Ursache des blamablen Fehlers vom Wahlsonntag.

Wenige Tage nach dem Wahlsonntag musste das Bundesamt für Statistik (BfS) eine Korrektur der zunächst angegebenen Parteistärken publizieren. Wegen einer fehlerhaften Programmierung im neuen Datenimportprogramm wurden die Stimmen der in den beiden Appenzell sowie in Glarus angetretenen 3 Parteien mehrfach gezählt.
Diese 3 Kantone liefern ihre Daten in einem anderen Format als die übrigen Kantone, erläutert das BfS. Jetzt sind weitere Details bekanntgeworden. Einer Recherche der Tamedia-Zeitungen zufolge nutzen alle 26 Kantone für die Ermittlung der Wahlresultate die Secure-Data-Exchange-Plattform des Bundes (Sedex). Aus dieser Plattform wiederum werden die Daten in die Wahldatenbank des Bundes importiert, um dann vom BfS ausgewertet zu werden.
Während 23 Kantone die Datenübertragung an Sedex über Schnittstellen automatisiert haben, nutzen Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden sowie Glarus demnach Excel-Dateien.
Bei vorangegangenen Wahlen habe das BfS die Ergebnisse der 3 Kantone teilweise von Hand eingegeben. Dies habe man mit einem Skript beschleunigen wollen, erklärt das Bundesamt den Zeitungen (Paywall). Und in dieses habe sich ein Fehler eingeschlichen, wohl weil es zu wenig getestet worden sei. Die Art des Fehlers deute darauf hin, "dass beim Programmieren des Skripts ein Multiplikator in einer Schleife versehentlich hochgezählt wurde", so das BfS. So wurden Stimmen zunächst 3- bis 5-fach gezählt.
Da es sich um 3 kleine Kantone gehandelt habe, sei das Endergebnis plausibel gewesen. Wäre es in Zürich oder Bern passiert, hätte man den Fehler vermutlich schneller bemerkt.

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