Widerstand gegen RZ-Grossprojekt in Saint-Triphon

23. Mai 2022 um 14:54
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Das geplante RZ (vorne) und der Technologie-Park vor dem Steinbruch in Saint-Triphon. Visualisierung: Arcos'arre

Das Projekt für ein Rechenzentrum im kleinen Waadtländer Dorf wird von Umweltverbänden und Anwohnern angefochten.

Im Dorf Saint-Triphon in der Waadtländer Region Chablais ist eines der grössten Rechenzentren in der Schweiz geplant. "Wir bauen ein Data Center mit 3000 Racks in 3 Gebäuden und auf einer Gesamtfläche von 14'000 Quadratmetern", hatte Alain Audemars, Direktor des verantwortlichen Architekturbüros Arcos'arre in Martigny, gegenüber inside-it.ch im Juni 2021 zum Projekt ausgeführt.
Audemars, dessen Büro zusammen mit L&S Consultants aus Grandson den Bau angestossen hatte, sprach damals davon, dass das RZ bis Ende 2022 fertiggebaut und im Juni 2023 in Betrieb gehen sollte. 400 Millionen Franken soll das Gesamtprojekt in Saint-Triphon kosten: 250 Millionen das RZ, 150 Millionen der Tech-Park, der in einer zweiten Bauphase daneben entstehen soll. Betont wurde die Umweltverträglichkeit: "Neben der Grösse des Geländes liegt die Besonderheit des Projekts in der Erzeugung von sauberer Energie, das heisst 1,5 und 2 MW durch Photovoltaik und 3 MW durch Wasserstoff", erklärte uns Audemars.
Mittlerweile hat sich der Zeitplan verschoben, die Inbetriebnahme ist für Juni 2024 geplant, die nötigen Investoren scheinen die Initianten aber beisammenzuhaben. Doch nun droht Ungemach. Ein Grund ist, dass der geplante Bau beim ehemaligen Steinbruch von Les Andonces liegt.
Wie '24heures' (Paywall) berichtet, befürchtet Pro Natura, dass der natürliche Lebensraum von Uhus, Amphibien und weiteren Tieren bedroht ist. Die Gebäude sowie der Parkplatz und eine Zufahrtsstrasse würden zu nahe an der Wand des ehemaligen Steinbruchs liegen, kritisiert der Umweltverband.
Widerstand kommt laut '24heures' auch von der Anwohnervereinigung Saint-Triphon Gare. Diese bemängle das Dossier: "Das Projekt steht auf wackligen Beinen und ist schlecht in seine Umgebung integriert." Es werde angesichts des RZ-Energieverbrauchs auch Besorgnis hinsichtlich der Stromversorgung geäussert. Weiter würden Lärmbelästigungen, insbesondere durch die Kühleinheiten, befürchtet. Das Projekt wird von der Vereinigung als "unverantwortlich in Bezug auf Mobilität und Sicherheit" bezeichnet.
Bei der Gemeinde Ollon, zu der Saint-Triphon gehört, gibt man sich gelassen. "Wir stellen sicher, dass die Bedingungen und Verfahren für den Bau eingehalten werden. Die Exekutive unterstützt dieses innovative, entwicklungsfähige Projekt", erklärte Gemeindevorsteher Nicolas Croci-Torti.

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