In der Schweiz ist ein neues Netzwerk zur Stärkung der digitalen Unabhängigkeit gestartet: Das "Zentrum SDS – Souveräne Digitale Schweiz" hat offiziell seine Aktivitäten aufgenommen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Initiiert wurde die Plattform im Juli 2025 vom Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule.
Für den Aufbau des Zentrums stehen zunächst etwas über 200'000 Franken aus Beiträgen der Mitwirkenden zur Verfügung. Damit koordiniert das Institut Public Sector Transformation die Zusammenarbeit und stimmt die Aktivitäten auf internationale Entwicklungen ab. Das erklärte Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und der IT-Branche zu fördern und so die digitale Souveränität der Schweiz langfristig zu stärken.
Zum Start beteiligen sich 31 Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dazu zählen unter anderem das Kommando Cyber, mehrere Kantons- und Stadtverwaltungen sowie IT-Unternehmen wie Swisscom, Adnovum oder Infomaniak. Weitere Interessenten können sich dem Netzwerk jederzeit anschliessen.
Die beteiligten Organisationen wollen laut Mitteilung in mehreren Arbeitsgruppen zusammenarbeiten. Themen sind unter anderem die Finanzierung und Beschaffung von Open-Source-Software, alternative Arbeitsplatzlösungen zu Microsoft 365, Schweizer Cloud-Angebote sowie offene KI-Plattformen. Als konkretes Beispiel wird die Workplace-Lösung "Opendesk" genannt, die als digital souveräne Alternative positioniert wird. Hier bestehe bereits eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (Zendis).
Zusammenarbeit mit Deutschland
Die internationale Kooperation spielt eine zentrale Rolle. So ist die Schweiz im Austausch mit deutschen Initiativen zur digitalen Souveränität. Im Rahmen der Fachkonferenz "Transform" in Bern wird unter anderem der
schleswig-holsteinische Digitalminister Dirk Schrödter erwartet. Er soll die Bedeutung von Open Source für staatliche IT-Infrastrukturen erläutern.
Weitere Beiträge an der Konferenz am 5. Mai befassen sich mit "Digital Public Goods" sowie mit der Rolle des Staates bei der digitalen Transformation. Auch die geplante Einführung der elektronischen Identität (E-ID) werde thematisiert.