Zoll startet Warenverkehrssystem verspätet

23. Juni 2026 um 09:37
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Foto: Tudor Smith / Pexels

Das Zollsystem Passar wird nun auch für Einfuhren eingesetzt. Die Einführung erfolgt rund ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat mit der Einführung des Warenverkehrssystems Passar für Einfuhren begonnen. Nach ersten Pilotbetrieben soll das bisherige System E-dec Import bis Ende 2027 vollständig ersetzt werden, wie die Behörde mitteilt. Die Einführung erfolgt damit rund ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Nachdem Passar bereits für die Durchfuhr und Ausfuhr von Waren eingesetzt wird, starte nun die nächste Ausbaustufe des Digitalisierungsprogramms Dazit. Laut BAZG fanden im April und Mai 2026 erste produktive Pilotfahrten für Einfuhranmeldungen statt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in die weitere Entwicklung des Systems einfliessen.
Die Implementierung von Passar im Bereich Einfuhr erfolge in vier Ausbauschritten. Die ersten beiden Ausbaustufen würden Standardimporte abdecken, so die Behörde. Weitere Funktionen sollen schrittweise ergänzt werden, darunter Verfahren mit besonderen Bewilligungen sowie Sonderverfahren.
Für die Übergangszeit bis zur vollständigen Ablösung von E-dec Import haben sich das BAZG und Wirtschaftsvertreter auf einen Parallelbetrieb der beiden Systeme geeinigt. Importanmeldungen können laut Mitteilung noch bis zum 30. September 2027 über E-dec Import erfasst werden. Danach sollen Einfuhren ausschliesslich über Passar abgewickelt werden.

Einführung war bereits verschoben worden

Die aktuelle Einführung erfolgt vor dem Hintergrund früherer Verzögerungen im Projekt. Bereits 2024 hatte das BAZG den Rollout von Passar für die Einfuhr verschoben. Damals begründete die Behörde den Schritt mit dem Bedarf nach zusätzlicher technischer Weiterentwicklung sowie mehr Zeit für Schulungen und die Stabilisierung der bereits eingeführten Funktionen.
Mitarbeitende hatten damals laut Medienberichten über Fehlermeldungen und Instabilitäten im System geklagt. Das BAZG verwies auf das gewählte agile Vorgehen, bei dem zunächst Basisfunktionen eingeführt und anschliessend anhand von Nutzerfeedback weiterentwickelt werden.

Weitere Digitalisierungsprojekte angekündigt

Parallel zu Passar baue das BAZG weitere digitale Angebote aus. Seit April 2026 können Ursprungszeugnisse für bestimmte Ausfuhren über die Anwendung Certificat digital erstellt und beglaubigt werden. Zudem soll ab Juli 2026 die Anwendung Declar kleineren Unternehmen und Transportunternehmen ermöglichen, Transportanmeldungen ohne spezialisierte Verzollungssoftware zu erfassen.
Langfristig verfolgt das BAZG eigenen Angaben nach das Ziel, Zollformalitäten weitgehend digital abzuwickeln. Warensendungen sollen nach Vorstellung der Behörde künftig nur noch bei notwendigen Kontrollen an der Grenze anhalten müssen.

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