Zürich digitalisiert Gefängnisse für bis zu 15 Millionen

8. Februar 2024 um 15:08
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Besuchereingang der JVA Pöschwies. Foto: Wikimedia / Nofnof unter Lizenz CC BY-SA 4.0 DEED

Der Kanton Zürich modernisiert den Justizvollzug und will eine Software-Plattform für interne Abläufe einführen.

Die Justizdirektion des Kantons Zürich will unter dem Titel "Smart Prisons Zürich (SMAZH)" eine Softwareplattform beschaffen, die die internen Abläufe verbessert. Zudem sollen Inhaftiere sichere Endgeräte erhalten. Die "Projektumsetzungskosten" belaufen sich gemäss Ratsprotokoll bis 2033 auf insgesamt knapp 15 Millionen Franken.
Irische Firma erhielt den Zuschlag
Das Vorhaben ist indes schon älter. Im November 2022 hatte die Justizdirektion im Rahmen eines Request for Information eine Markterkundung auf Simap durchgeführt. Die Ausschreibung startete der Kanton im Juni 2023; der Zuschlag mit einem Gesamtpreis von 4,2 Millionen Franken ging im November desselben Jahres an die irische Firma Core Systems. Sie erhielt den Vorzug gegenüber einem zweiten Angebot über 6,2 Millionen Franken.
Sichere digitale Angebote für inhaftierte Personen seien in den Institutionen von Justizvollzug und Wiedereingliederung (Juwe) nur vereinzelt vorhanden, und die entsprechenden Anlagen seien veraltet, so eine Mitteilung des Kantons.

Mitarbeitende erhalten moderne Arbeitsmittel zur Betreuung

Werden in den Gefängnissen interne Abläufe und Regeln vermittelt, Termine vereinbart, Einkäufe abgewickelt, Mahlzeiten koordiniert oder Gesuche in bis zu 15 Sprachen gestellt, dann würden Mitarbeitende und Inhaftierte nach wie vor fast ausschliesslich auf Papier kommunizieren. "Hier soll eine Modernisierung stattfinden."
Mit "SMAZH" soll den Gefängnis-Mitarbeitenden ein modernes Arbeitsmittel zur Betreuung der eingewiesenen Personen bereitgestellt werden, heisst es dazu im Sitzungsprotokoll des Regierungsrates. Ein zentrales Angebot sei beispielsweise eine zeitgemässe Übersetzungsfunktion, dank der "Leerläufe aufgrund sprachlicher Missverständnisse" vermieden werden sollen.

Inhaftierte sollen von digitalen Bildungsangeboten profitieren

Von der Digitalisierung sollen auch die Inhaftierten profitieren: "Je besser sie im Gefängnis auf ein deliktfreies Leben in Freiheit vorbereitet werden, umso besser gelingt die Wiedereingliederung." Digitale Bildungsangebote und Unterstützung bei der Entlassungsvorbereitung – etwa bei Bewerbungen – können eine wertvolle Hilfe sei. Es gehe darum, den digitalen Graben zwischen den Gefängnissen und der Aussenwelt zu schliessen.
Eine erste Basis-Version soll in diesem Jahr in einer Pilot-Institution eingeführt werden. Anschliessen sollen etappenweise einzelne Services aufgeschaltet werden. Die Ausgaben in Höhe von 15 Millionen Franken gelten als gebunden. Die Erneuerung der bestehenden Lösung sei eine Voraussetzung, um einen gesetzeskonformen Justizvollzug durchführen zu können, hält der Regierungsrat fest.
(Mit Material von Keystone-sda)

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