Zürich nimmt erste Anthos-Plattform für öffentliche Verwaltung in Betrieb

9. September 2022 um 12:29
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Foto: Jana / Unsplash

Auf der Anthos-Basis von Google Cloud wird eine Container-Management-Plattform aufgebaut. Das OIZ der Stadt erklärt uns das Projekt, das 13,7 Millionen kostet, und dessen Pioniercharakter.

In Zusammenarbeit mit Ti&m hat die Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ) eine Container-Management-Plattform für den Betrieb von modernen Anwendungen für die Stadt Zürich aufgebaut. Das Unternehmen hatte im November 2020 den Zuschlag für den Auftrag "Container Technologie" erhalten. Veranschlagt sind 13,7 Millionen Franken für Aufbau, Einführung, Integration und Betrieb für 5 Jahre. Ti&m war Anfang 2020 einer der ersten Schweizer Partner für Google Cloud Anthos.
In einer Mitteilung von OIZ und Ti&m heisst es, dank der Kubernetes-Basis ergebe sich ein grosses Spektrum an einsetzbarer Software und Technologien. "Die Lösung ist ein wertvolles Instrument, um die Digitalisierung in der Stadt Zürich weiter zu beschleunigen." Die hybride Multi-Cloud-Kubernetes-Plattform ermögliche die Einbindung und den sicheren Betrieb von Applikationen in den lokalen Rechenzentren der Stadt. Dies sei "das erste Anthos-Projekt in der Schweiz und das grösste Projekt für die öffentliche Verwaltung im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika".

Gesamte Verwaltung soll profitieren

Auf unsere Anfrage erklärt OIZ-Mediensprecher Martin Otzenberger: "Aus unserer Sicht ist es nicht das erste Schweizer Anthos-Projekt an und für sich, da Referenzen bereits Bestandteil der Ausschreibung waren, aber das erste in diesem Stil. Bisherige Projekte in der Schweiz hatten sich auf ein bis zwei Anwendungen beschränkt und hatten nicht den Charakter einer Plattform." Die Plattform sei für Projekte aus der gesamten städtischen Verwaltung konzipiert. Dadurch werde eine schnellere Modernisierung der bestehenden Anwendungen möglich. "Zudem vereinfacht sie die Zusammenarbeit mit externen Lieferfirmen und harmonisiert den Betrieb diverser Funktionen."
Die neue Plattform bestehe aus zwei wesentlichen Komponenten: der Delivery-Plattform und der Runtime-Plattform. "Erstere wird nur in den stadteigenen Rechenzentren betrieben. Bei der Runtime-Plattform hingegen ist eine Ausweitung zu Cloud-Providern möglich." Der Aufbau der Plattform stehe aber nicht in Zusammenhang mit dem kürzlich erfolgten Rechtsgutachten zur Cloud-Nutzung der Stadt Zürich. Es handle sich aktuell um eine reine On-Premise-Lösung.

Know-how in der Schweiz weitergeben

Laut Mitteilung umfasste die erste Ausbaustufe neben der Konzeption und einem ersten Proof of Concept den Aufbau einer Labor- und einer Produktionsumgebung, die Integration der relevanten Umsysteme der OIZ sowie die Einführung einer Container Registry und eines CI/CD Setups. Danach seien Ausbaustufen in drei Dimensionen möglich, erklärt Otzenberger: "Funktionen (Implementation weiterer Fertigkeiten/Funktionen), Kapazität (unterliegende Ressourcen ausbauen) und Ausbreitung (Erschliessung weiterer Plattformen)."
Ein gemeinsames Team von OIZ und Ti&m habe die Umsetzung des Projekts vorangetrieben. "Dabei war die Verantwortung für das Gesamtergebnis bei der OIZ, die Spezialistinnen und Spezialisten kamen von Ti&m." So sei anhand der Tätigkeiten und Teilschritte viel Know-how übertragen worden. Hier sehe die Stadt Zürich durchaus Pioniercharakter und möchte deshalb diese Erfahrungen zukünftig auch an andere Schweizer Verwaltungen weitergeben, betont Otzenberger.

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