Erstmals seit der Apple Watch präsentiert der Konzern eine neue Gerätekategorie: eine Mixed-Reality-Brille. Sie ist monumental teuer.
Apple wagt mit seiner ersten Computer-Brille den Eintritt in eine neue Produktkategorie mit ungewissen Erfolgsaussichten. Der iPhone-Konzern stellte das Gerät mit dem Namen Vision Pro vor, das äusserlich an eine Hightech-Skibrille erinnert.
Das Headset kann auf seinen Displays digitale Objekte in reale Umgebungen einblenden. Ein ungewöhnliches Merkmal des Geräts ist ein Display auf der Frontseite, auf dem die Augen der Nutzer zu sehen sind. Gesteuert wird per Stimme und mit Handbewegungen. Auf Knopfdruck können Nutzerinnen und Nutzer zwischen AR und VR wechseln. Apple baute für die Brille ein eigenes Betriebssystem: Vision OS, das zum Start die meisten hauseigenen Apps mitbringt.
Screenshot: Apple.com
Es ist der erste Eintritt von Apple in eine neue Produktkategorie nach der Vorstellung der Watch im Jahr 2014. Apple sieht eine Einsatzmöglichkeit für die Vision Pro im professionellen Bereich, weil man sich viele grosse virtuelle Displays ins Blickfeld einblenden und so zum Beispiel Meetings abhalten kann. In erster Linie dürfte es aber ein Unterhaltungsgerät für Multimedia-Konsum und Gaming sein.
Das Gerät kommt Anfang 2024 zunächst nur in den USA auf den Markt und soll 3500 Dollar kosten. Ein vergleichbares Produkt bietet Microsoft mit der Hololens 2, die sogar noch teurer ist, dafür aber schon über 7 Jahre Markterfahrung hat.
Kurzlebiger Hype?
Apple steigt in den Markt ausgerechnet in einem Moment ein, in dem ein kurzlebiger Hype rund um das Geschäft mit virtuellen Welten und Objekten merklich abgeflaut ist.
Vor allem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg setzt auf eine Zukunft, in der sich grosse Teile des Lebens in einer digitalen Welt – dem "Metaverse" – abspielen.
Um das zu unterstreichen, benannte Zuckerberg den Facebook-Konzern in Meta um. Doch trotz Milliarden-Investitionen blieben VR-Brillen und virtuelle Welten bisher aber ein Nischengeschäft, das Meta Milliardenverluste einbringt.