Der IT-Berater und -Dienstleister Aveniq konnte seinen Umsatz 2022 um 9 Millionen auf 185 Millionen Franken erhöhen. Wie das Unternehmen mitteilt, seien im vergangenen Jahr 26 Neukunden gewonnen und der Mitarbeiterbestand auf 650 erhöht worden. Angaben zum Gewinn macht die Firma in Familienbesitz nicht. Im Gespräch sagt CEO Christophe Macherel, dass man "sehr profitabel" gewachsen sei. Übernahmen seien zwar nicht ausgeschlossen, aber das organische Wachstum stehe im Vordergrund, fügt er an.
Rekrutierung in Rumänien kann beginnen
Wie Aveniq bekannt gibt, ist ein Nearshoring-Standort in Cluj, Rumänien eröffnet worden. Noch habe man dort keine Mitarbeitenden, die Rekrutierung könne jetzt beginnen. Mit der neuen Niederlassung wolle man dem Fachkräftemangel in der Schweiz begegnen. "Es werden keine Stellen von der Schweiz nach Rumänien verschoben", betont der CEO im Gespräch. Rekrutiert werde insbesondere in den Bereichen Applications und Managed Services. Das Team in Rumänien solle klar definierte Aufgabenbereiche übernehmen und die Schweizer Belegschaft unterstützen.
In Cluj könne man auf einen neuen Talentpool zurückgreifen, auch dank der Technischen Universität in der Region, fügt Macherel an. Für die Niederlassung spreche ausserdem der europäische Standort sowie die kulturelle Nähe.
Branchenfokus bleibt bestehen
"Infrastruktur verkaufen kann jeder", spitzt Macherel es zu. Damit könne man sich nicht differenzieren. Man müsse in der Lage sein, den Kunden aufzuzeigen, wie sie mit IT ihren Umsatz, den Gewinn oder die Effizienz steigern können. Aveniq ist – auch aus historischen Gründen – auf die Branchen Utility, Health, Finance, Legal und Industry spezialisiert. Über die Jahre habe sich das Unternehmen viel Know-how in diesen Bereichen aufgebaut. Damit wolle Aveniq sich als strategischer Partner für die Kunden positionieren und diese langfristig an sich binden.
Dieser Branchenfokus sei auch in der Firmen-Strategie verankert, wie Macherel sagt. Eine Erweiterung auf neue Branchen sei nicht geplant, es gebe noch genug Potenzial.
Insgesamt zähle Aveniq rund 500 Kunden. Vergangenes Jahr seien auch ein paar grosse dazugekommen, was auch mit dem neuen Unternehmenskonstrukt zusammenhängt. "
Als fusionierte Firma haben wir mehr Power", fügte der CEO an.
Cloud, Workplace und Security
Zum Wachstum beigetragen habe die anhaltende Nachfrage nach Cloud-, Workplace- und Security-Dienstleistungen, wie Aveniq weiter mitteilt. Potenzial gebe es unter anderem dank der SAP-Migrationen, die bei Kunden noch anfallen. In diesem Zusammenhang erwähnt Aveniq den Ausbau der Partnerschaft mit dem ERP-Anbieter sowie neue Autorisierungen. Erfreulich sei, dass man nach einem harzigen Jahr nun wieder neue Leute im SAP-Bereich rekrutieren haben können.
Auch das Workplace-Thema sei noch nicht ausgeschöpft, erklärt uns Macherel. Während der Covid-Pandemie mussten viele Unternehmen rasch neue Lösungen einführen, um Homeoffice und hybrides Arbeiten zu ermöglichen. Da die Einführung der Tools teilweise überstürzt gewesen sei, gebe es noch Bedarf bei der Security sowie im Bereich Data-Governance. Aber es gebe nach wie vor auch Unternehmen, die noch neue Lösungen einführen würden.
Auch die Microsoft-Partnerschaft sei weiter vertieft worden. Wichtige Themen für den IT-Dienstleister seien neben Modern Work auch Cloud- und Security-Themen. Bei ersterem sei natürlich der Bereich Hybrid wichtig, bei letzterem fokussiere man sich auf den sicheren Betrieb sowie Datensicherheit, erklärt das Unternehmen.
Das Angebot um Cybersecurity solle kontinuierlich ausgebaut werden. Ausserdem startet Aveniq mit einem neuen Consulting-Service für KMU zum Thema Nachhaltigkeit. Man wolle Kunden, vor allem jenen aus dem produzierenden Bereich, helfen, ihre Nachhaltigkeitsstrategien anzugehen und umzusetzen.