Bern rechnet mit steigenden Informatikkosten

4. November 2026 um 12:07
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Foto: dimitri.photography / Unsplash

Die ICT-Ausgaben des Kantons steigen für 2027 bis 2029 um 16,9% auf 488,8 Millionen Franken.

Die Berner Kantonsverwaltung beantragt für die nächste Dreijahresperiode insgesamt 488,8 Millionen Franken für Fach- und Konzernapplikationen. Das sind 102,3 Millionen Franken mehr als für die laufende Periode von 2024 bis 2026, für die 386,5 Millionen Franken bewilligt wurden. Die Finanzkommission des Grossen Rates (Fiko) hat die entsprechenden Kreditvorlagen vorberaten, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die Informatikgrundversorgung durch das Kantonale Amt für Informatik und Organisation (Kaio) allein seien weitere 121,2 Millionen Franken vorgesehen.
Die stärkste absolute Zunahme entfalle auf die Finanzdirektion. Ihr beantragter ICT-Kredit steigt laut Mitteilung um 49,7 Millionen Franken beziehungsweise 67,1%. Als Gründe nennt die Fiko höhere Betriebskosten für SAP in der Finanzverwaltung sowie grössere Digitalisierungsvorhaben bei der Steuerverwaltung.
Auch bei der Kantonspolizei steigen die Ausgaben deutlich: Der Kredit nimmt um 24,1 Millionen Franken (+24,5%) auf 122,1 Millionen Franken zu. Ausschlaggebend seien höhere Kosten für die Basisinfrastruktur und die Übernahme der Microsoft-Office-Lizenzen vom Kaio.
Prozentual am stärksten wachse der Kredit der Staatskanzlei. Er erhöhe sich um 119% auf 14,9 Millionen Franken. Die Staatskanzlei ist unter anderem für die Umsetzung der KI-Stossrichtung innerhalb der kantonalen Strategie Digitale Verwaltung und ICT zuständig. Bei der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, bei der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion sowie der Bildungs- und Kulturdirektion fallen die beantragten Mittel hingegen tiefer aus als in der laufenden Periode.

Mehr Koordination bei ICT-Vorhaben

Die Organisation der kantonalen Informatik ist weiterhin dezentral geprägt. Während das Kaio die Informatikgrundversorgung sicherstellt, liegt die Verantwortung für Fach- und Konzernapplikationen bei den einzelnen Direktionen und der Staatskanzlei. Die Kantonspolizei verfügt aus betrieblichen Gründen über eine weitgehende Autonomie und beantragt ihre Informatikkredite separat.
Die Fiko will die übergreifende Steuerung dieser Vorhaben verstärken. Drei Auflagen, die der Grosse Rat bereits für die Kreditperiode 2024 bis 2026 beschlossen hatte, sollen weitergeführt werden. Sie betreffen gemäss Mitteilung die Transparenz über laufende Informatikprojekte und die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungseinheiten.
Neu soll genauer geregelt werden, wie die Direktionen und die Staatskanzlei gemeinsam mit dem Kaio vorgehen, wenn sie unterschiedliche Einschätzungen zu geplanten Weiterentwicklungen oder neuen ICT-Vorhaben haben. Damit soll auch die Rolle der Konferenz Digitale Verwaltung und Informatik (KDI) gestärkt werden. In diesem Gremium sind sämtliche Direktionen, das Kaio und die Kantonspolizei vertreten.

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