Der Start der Digitalbank Radicant, die von der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) gegründet wurde, verlief holprig. Nach dem
Erhalt der Finma-Lizenz musste der auf 2022 geplante Start um ein Jahr verschoben werden. Entsprechend verschlang Radicant viel Geld. Nachdem das Mutterhaus
vergangenes Jahr 22 Millionen Franken abgeschrieben hat, teilt die BLKB nun mit, dass sie für das erste Halbjahr 2024 eine weitere Bewertungskorrektur in der Höhe von 9 Millionen Franken vornimmt.
Dennoch sieht das Finanzhaus die junge Digitalbank auf Kurs. Man erwarte, den Break-even 2027/2028 zu erreichen, heisst es in der Mitteilung. Auch der Bankrat stehe "in vollem Umfang hinter den strategischen Investitionen der BLKB", wozu auch Radicant gehört.
Wie die Bank schreibt, hätten sich die Radicant anvertrauten Kundengelder im ersten Halbjahr 2024 auf 80 Millionen Franken vervielfacht. Die Anzahl der Kunden sei auf 6500 angestiegen. Auch das Anlagevolumen pro Kundin oder Kunde verzeichne eine steigende Tendenz. Angesichts der frühen Entwicklungsphase der Bank würden sie sich aber durchschnittlich noch auf tiefem Niveau bewegen.
Änderungen in der Geschäftsleitung
Im Frühjahr gab die Digitalbank
Veränderungen in der Geschäftsleitung bekannt. Mitgründer und Chief Product Officer Rouven Leuener hat das Unternehmen verlassen. Die Geschäftsleitung wurde mit diesem Schritt von sechs auf fünf Personen verkleinert. "Mit den strukturellen Anpassungen schaffen wir die Voraussetzung für weiteres Wachstum und Innovation", hiess es damals vom Unternehmen.
Die strategische Transformation sei nun abgeschlossen, sagt CEO Anton Stadelmann in der aktuellen Mitteilung, und man könne sich "auf Innovation und Wachstum konzentrieren".