Unvollständige Gesamtplanungen, fehlende Ausrichtung auf Wirkung und Nutzen: Bei der Steuerung von Informatikschlüsselprojekten macht die Bundesverwaltung im Wesentlichen noch immer dieselben Fehler wie vor zehn Jahren. Das schreibt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einem Bericht.
Die EFK spricht darin auch von unzureichenden Vorbereitungen beim Übergang eines Projekts in den laufenden Betrieb. Auch komme es zu Verzögerungen oder Mehrkosten wegen nicht bewirtschafteter Rahmenbedingungen.
Seit dem Jahr 2013 prüft die EFK laut eigenen Angaben im Auftrag des Bundesrats Schlüsselprojekte der Bundesverwaltung. Der neue Synthesebericht basiert auf 24 EFK-Berichten der Jahre 2024 bis 2025 zu IT-Schlüsselprojekten der Bundesverwaltung.
Es geht beispielsweise um das Projekt "
Neue Digitalisierungsplattform der Armee" und das Projekt zur Modernisierung der Auszahlung der Arbeitslosengelder. Bekanntlich traten Anfang dieses Jahres bei der Einführung des neuen Zahlungssystems für Arbeitslosengelder
grössere Probleme auf.
Bundeskanzlei sagt "Ja, aber. . ."
In einer Stellungnahme teilt die Bundeskanzlei die EFK-Einschätzung, "dass einige Schlüsselprojekte mit komplexen Anspruchsgruppen und einem schwierigen Umfeld konfrontiert sind." Pro Jahr würden aber in der Bundesverwaltung durchschnittlich um die 200 Projekte abgeschlossen – "die grosse Mehrheit erfolgreich".
Im Bericht werde auch nicht berücksichtigt, dass in den letzten Jahren zahlreiche Massnahmen getroffen worden seien, um die Lenkung von Informatikprojekten zu stärken. Zudem habe die Bundeskanzlei im März vom Bundesrat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit den Departementen die Führung und Kontrolle der digitalen Transformation der Bundesverwaltung weiterzuentwickeln. Ziel sei ein Wechsel von heute mehrheitlich individuellen Digitalisierungslösungen zu mehr Zusammenarbeit.