Das Bundesgericht hat zwei Beschwerden des Genfer Unternehmens Kheops Technologies gegen die KIS-Ausschreibung des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) und der Fédération des Hôpitaux Vaudois Informatique (FHVi) abgewiesen. Das höchste Schweizer Gericht bestätigte damit die Auswahlbedingungen für die Beschaffung eines gemeinsamen Klinikinformationssystems (KIS).
"Die zahlreichen Interventionen vor Gericht haben den Prozess erheblich verlangsamt und wurden alle in der Sache zurückgewiesen", kommentierte das CHUV das Urteil in einer Pressemitteilung. Die Ausschreibung tritt damit in ihre Endphase ein.
200-Millionen-Projekt
Das CHUV und elf regionale Institutionen wollen in den nächsten Jahren ein einheitliches KIS beschaffen. Die Ausschreibung war im September 2024 erfolgt, aber seither durch die Beschwerden blockiert. Die Kosten für die Einführung des neuen Systems werden auf 200 Millionen Franken geschätzt. Dieses soll alle Fachbereiche der Krankenhäuser abdecken: Erwachsenen- und Kinderonkologie, Notaufnahme, Intensivpflege, Genetik, OP-Management, Transport und Ressourcen.
Die Ausschreibung hatte bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung
Kritik hervorgerufen. Kheops Technologies beschuldigte das CHUV, Kriterien festgelegt zu haben, die den US-Anbieter Epic bevorzugten. Gleichzeitig äusserten regionale Spitäler die Meinung, dass diese Investition in keinem Verhältnis zu ihren Bedürfnissen stehe.
Nachdem das Waadtländer Kantonsgericht im Januar 2025 die Beschwerden
abgewiesen hatte, zog Kheops den Fall bis vor das Bundesgericht, was im Februar zu einer
erneuten Unterbrechung der Beschaffung führte. Mit dem Bundesgerichtsurteil vom 17. September, das nun bekannt gegeben wurde, ist der Rechtsstreit endgültig abgeschlossen.
Auch in Zürich läuft KIS-Beschwerde
Das Gericht befand die erste Klage für unzulässig, da keine rechtliche grundsätzliche Frage erhoben wurde. Die zweite wurde als unbegründet abgelehnt. Kheops muss auch alle Prozesskosten in der Höhe von 40’000 Franken tragen.
Pierrick Gonnet, General Manager von Kheops, zeigte sich gegenüber
'Le Temps' (Paywall) enttäuscht über das Urteil. "Wir sind dennoch stolz darauf, dieses Thema in die Öffentlichkeit gebracht zu haben", sagte Gonnet. Falls der Auftrag an Epic gehen sollte, hoffe er, "dass die Fragen der digitalen Souveränität und des Datenschutzes von unseren politischen Vertretern aufgegriffen werden".
Während die KIS-Beschaffung in der Romandie jetzt weitergeht, hat sich das Universitätsspital Zürich (USZ) kürzlich für die Lösung
von Epic entschieden. Veranschlagte Kosten beim USZ für das Projekt: 95 Millionen Franken. Aktuell ist aber auch hier eine Beschwerde der Zürcher Firma Cistec
gegen den Zuschlag hängig.
Dieser Artikel ist zuerst auf Medinside.ch erschienen und wurde mit weiteren Informationen ergänzt.