Bundeskanzlei: DTI "funktioniert und ist zweckmässig"

13. April 2022, 14:53
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Grafik: Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI)

Kritisiert werden hingegen die Zusammenarbeit mit den Departe­menten, nicht genutzte Synergien und eine teilweise nicht klar geregelte oder abgegrenzte Gouvernanz.

Eine erste Zwischenevaluation der Bundeskanzlei (BK) zeigt, dass die neue Organisation für die digitale Transformation der Bundesverwaltung (DTI) "funktioniert und zweckmässig ist". Dies schreibt der Bundesrat in einem Communiqué. Um den Bereich weiter zu optimieren, sei die Verordnung über die digitale Transformation und die Informatik (VDTI) leicht angepasst worden, teilt die Regierung weiter mit.
Der Bericht zeigt, dass die Zusammenarbeit funktioniert und sich positiv entwickelt. Das Verständnis für Digitalisierungsthemen sei bei der Bundes­verwaltung insbesondere auf der Managementstufe gestiegen, schreibt die BK. Gleichzeitig sei aber auch mehrfach der Wunsch geäussert worden, dass eine Gesamtübersicht über die Transformationsthemen des Bundes in den verschiedenen Ämtern inklusive deren Priorisierungen geschaffen werde.

Kompetenzen abgeben, Synergien bilden und Gouvernanz stärken

Verbesserungspotential sah die Evaluation der Bundeskanzlei auch in der Zusammenarbeit mit den Departementen. Gemäss dem Bericht behandelt der Bundesrat noch zu viele Geschäfte, die gemäss dem Lenkungsmodell auch auf einer tieferen Stufe erledigt werden könnten. Dies soll verbessert werden, indem noch mehr Entscheide durch den Bereich DTI getroffen werden. Ebenfalls sei die Ressourcensituation in den Verwaltungseinheiten ange­spannt. Es fehle vor allem an hochqualifizierte Informatikerinnen und Informatiker, schreibt die BK.
Aus diesem Grund soll das Synergiepotential der Digitalisierung zwischen den verschiedenen Einheiten besser ausgeschöpft werden. So sollen verschiedene Einheiten künftig konsequenter auf bereits bestehende Lösungen zurück­greifen und es sollen vermehrt Anreize geschaffen werden, um mehrfach nutzbare Lösungen zu entwickeln.
Abschliessend hält die BK fest, dass die Kompetenzen der digitalen Trans­formation im Bereich der bundesweiten Gouvernanz nicht immer klar geregelt und abgegrenzt seien. Durch kleine Anpassungen in der VDTI soll dies verbessert werden. Die angepasste Verordnung soll dem Bundesrat dann bis Ende Jahr vorgelegt werden.

Von langer Hand geplant

Um die digitale Transformation der Bundesverwaltung zu beschleunigen, führte der Bundesrat per 1. Januar 2021 ein neues Lenkungsmodell ein. Zuständig für die bundesweite Koordination ist seither der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI), der zentral bei der Bundeskanzlei angesiedelt ist und von Daniel Markwalder geleitet wird.
Hauptverantwortlich für die digitale Transformation bleiben weiterhin die einzelnen Departemente. Sie steuern diese in ihren Verwaltungseinheiten im Rahmen der bundesweit geltenden Vorgaben, die sowohl von der Regierung als auch von der Bundeskanzlei, dem Bundeskanzler oder dem Bereich DTI erlassen werden können.

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