Mit der vierten Übernahme allein in diesem Jahr will der Schwerzenbacher Schul- und Gemeindesoftwarespezialist CMI sein Portfolio für Schul-Software-Lösungen vervollständigt haben. Mit der Übernahme der fast 20-köpfigen Klapp im Aargauischen und dem Nearshoring-Standort in Bosnien verfügt die Firma von Stefan Bosshard nun auch über eine digitale Kommunikationslösung für Schulen. Laut einer Mitteilung sei der Zukauf ein logischer Schritt, zumal bereits seit dem Frühjahr 2020 eine strategische Partnerschaft bestehe. Zu den Konditionen der Akquisition machten die beiden Unternehmen keine Angaben, finanziert worden sei sie aber aus dem Cashflow, bestätigt CMI-Sprecher und CEO-Stellvertreter Patrick Siegenthaler auf Anfrage.
Anders als bei vorherigen Übernahmen werde Klapp organisatorisch nicht in CMI intergiert und bleibe unter dem Dach der CMI eigenständig, so Siegenthaler weiter. Klapp-Mitgründer und CEO Elias Schibli bleibe weiter verantwortlich, auch für den Entwicklerstandort in Bosnien ändere sich nichts. Auch für die User ändere sich durch den Schulterschluss nichts und alle Mitarbeitenden würden weiter beschäftigt und die Marke Klapp beibehalten. Vielmehr könne Klapp nun von Synergien profitieren, wird betont. Denn bei der App-Entwicklung verwende Scolaris die gleichen Technologien, sodass man nun sofort kooperieren könne und gemeinsam mit mehr Ressourcen an der Weiterentwicklung arbeiten könne. Laut Schibli ist das deshalb sinnvoll, weil mit jedem Bedürfnis, das in den letzten Jahren realisiert wurde, 10 neue entstanden sind. Die könne man künftig mit CMI als gleichgesinnten Partner besser und schneller realisieren, so Schibli.
Bei CMI selbst kommt mit dieser Übernahme eine langjährige Entwicklung zum Abschluss. Als im Markt für Gemeindesoftware etabliertes Unternehmen war man 2017 auch in den Schul-Software-Markt mit der Lösung CMI-Schule (früher Axioma) eingestiegen. Mit dem Zukauf der
Firma Roth Software und deren Lösung "LehrerOffice" im 2020 plus den diesjährigen Übernahmen
von Campus Software und
PMI mit der Schulsoftware Scolaris sind nun alle drei Gebiete der Schul-IT abgedeckt: Administration, Unterricht und Kommunikation, bestätigt Siegenthaler.
CMI meint inzwischen Marktführer in Sachen Schul-IT zu sein und wird auch als Kandidat für die neue Schul-Software für Luzern gehandelt. Aktuell adressiere Klapp 750 Schulen und wickle durchschnittlich 10'000 Nachrichten pro Tag ab. CMI selbst sei in rund 700 Schulen mit CMI-Schule, -LehrerOffice, -Campus und Scolaris vertreten. Insgesamt arbeiten inzwischen rund 160 Mitarbeitende für die CMI Gruppe, so Siegenthaler.