Exklusiv: CM Informatik kauft weiter zu

31. März 2022 um 14:11
image
Die Geschäftsführungen von CMI und PMI nach dem Signing. Steven Marti und Stefan Bosshard, die CEOs, 5. und 6. von links, hinten stehend.

Nach eigenen Angaben wird der Softwareanbieter damit "über Nacht" zum Marktführer im Schulsoftware-Bereich.

Es ist die dritte Akquise in kurzer Zeit: Nach der Übernahme von Campus Software im März und von Brainconnect im Februar, kündigt CM Informatik (CMI) einen weiteren Zukauf an.
Wie der Schwerzenbacher Schul- und Gemeindesoftwarespezialist inside-it.ch exklusiv mitteilt, hat das Unternehmen die Firma PMI Projektmanagement & Informatik per sofort zu 100% übernommen. Zum Paket gehört deren weitverbreitete Schulsoftware Scolaris, die in über 500 Schulen schweizweit zum Einsatz kommt. "Mit der Übernahme entsteht eine Gesamtlösung für Schulen, die von der Schuladministration bis ins Klassenzimmer reicht", sagt Stefan Bosshard, CEO von CMI. Alle 45 PMI-Mitarbeitenden sowie die Firmenstandorte in Aarau, Lausanne und Bellinzona werden übernommen. Die beiden Unternehmen haben über den Preis der Akquise, die laut Bosshard aus dem Cashflow finanziert wurde, Stillschweigen vereinbart. Der Name Scolaris ist eine Marke im Schulumfeld. Aber ob dieser bleibt, ist indes noch offen. "Aktuell ist der Arbeitstitel 'CMI Scolaris", sagte Bosshard.

Scolaris bleibt noch 1 Jahr selbstständig

Nach der Übernahme bleibe PMI mindestens ein weiteres Jahr selbstständig und werde bis dahin noch nicht integriert. Bevor das passiere, müsse zunächst eine Integrationsstrategie erarbeitet und eine Roadmap für die nächste Softwaregeneration von Scolaris bestimmt werden. Federführend bei diesem Prozess ist CMI, wie das auch bereits bei den Due-Dilligence-Gesprächen der Fall war, die seit Mitte Januar andauerten, wie PMI-CEO Steven Marti im Gespräch mit inside-it.ch sagte.
Marti selbst habe nach einer "zukunftsgerichteten Lösung für das Unternehmen, die Mitarbeitenden und die Lösung Scolaris gesucht, die auch nach 5 Jahren noch besteht." Er habe sowohl einen strategischen Investor oder einen Partner in Betracht gezogen, sei nun aber froh, die Lösung mit CMI gefunden zu haben. Auch Stefan Bosshard, CEO von CMI, ist zufrieden: "Unsere beiden Roadmaps sind quasi deckungsgleich." Durch die Übernahme werde CMI quasi über Nacht zum Marktführer im Schulsoftware-Bereich. Viel Wachstumspotenzial mit Neukunden gebe der Markt nicht mehr her, gibt Bosshard zu. Er ist überzeugt, vor allem durch "Crossselling bei bestehender Kundschaft" wachsen zu können.

Für die Integration ist ein Team von 15-20 Personen zuständig

Für die Roadmap zur Gesamtlösung und die Integration von Scolaris in die Software-Landschaft von CMI sind ungefähr 30-40 Mannjahre budgetiert. Ein Team von 15-20 Personen werde dafür abbestellt, so Bosshard. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleibt Marti Chef von PMI. Anschliessend wechselt er genauso wie die komplette Chefetage des Unternehmens in die erweiterte Geschäftsführung von CMI. "Es ist aktuell nicht geplant, unsere eigene GL zu vergrössern", sagte Stefan Bosshard dazu. Marti selbst wird sich um den Auf- und Ausbau des CMI-Geschäfts in der Romandie kümmern, wo PMI bereits einen Standort betreibt.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Adnovum-Umsatz stagniert

Das Schweizer Software-Unternehmen hat trotzdem wieder zusätzliches Personal eingestellt und meldet eine hohe Nachfrage im Security-Bereich.

publiziert am 15.5.2024
image

AWS und Microsoft investieren Milliarden in Europa

Es fliessen viele Big-Tech-Milliarden nach Deutschland und Frankreich. Auch die Schweiz geht nicht leer aus.

publiziert am 15.5.2024
image

Softwareone steigert Umsatz und Gewinn

Im ersten Quartal 2024 konnte der Stanser IT-Dienstleister gute Zahlen präsentieren. Ein Verkauf des Unternehmens an Bain Capital wird wahrscheinlicher.

publiziert am 15.5.2024
image

"Die Zahlen bei Juris waren dunkelrot"

Trotz Rekordumsatz erzielte Abraxas einen operativen Verlust. Im Interview haben wir mit CEO Reto Gutmann darüber gesprochen und gefragt, warum sich der IT-Dienstleister von seiner Justizsparte trennte.

publiziert am 14.5.2024 3