Das neue Simap kommt noch ein bisschen später

12. April 2022, 14:45
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Foto: Graeme Worsfold / Unsplash

An der Inbetriebnahme im Jahr 2023 halten die Verantwort­lichen fest. Der Launch-Termin der neuen Beschaffungs­plattform rückt aber 6 Monate nach hinten.

Bis spätestens Ende 2023 muss es mit einer neuen Beschaffungsplattform klappen, denn dann wird die alte Simap-Plattform nicht mehr gewartet. Auf der Website des Vereins Simap wird denn auch ein Countdown abgebildet. Dort heisst es aktuell: "Noch 265 Tage." Dies stimmt wohl nun nicht mehr ganz, denn die Verantwortlichen teilen mit, den Launch-Termin der neuen Beschaffungsplattform nach hinten zu verschieben.
Der Grundsatz "Inbetriebnahme 2023" bleibe erhalte, schreibt der Verein Simap. Aber der avisierte 3. Januar 2023 als Launch-Datum werde zugunsten "des realistischen Termins 3. Juli 2023" fallengelassen.
"Eine hohe Qualität ist unser oberstes Ziel", sagt Sven Canonica, Auftraggeber des Projekts Kissimap.ch. Als Gründe für die Verschiebung werden in einer Mitteilung die höhere Komplexität und die Einbettung des neu konzipierten Signatur-Validators genannt. Ausserdem habe man zusätzliche Funktionalitäten identifiziert, die man bereits bei Inbetriebnahme der Plattform zur Verfügung stehen will.
Noch laufe in etlichen Kantonen der politische Prozess zum Beitritt zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB). "Je mehr Kantone bei Inbetriebnahme bei der IVöB dabei sind, desto weniger Schnittstellen müssen voraussichtlich für simap.ch programmiert werden", sagt Projektleiter Rolf Münger, Berater beim Zürcher Beratungsunternehmen AWK Group.
Der Signatur-Validator zur Validierung elektronischer Signaturen werde derzeit noch durch das BIT angepasst und optimiert. Im Verlaufe des ersten Halbjahres 2023 "werden hoffentlich die letzten Kantone dem Signatur-Validator für ihre Ausschreibungen zugestimmt haben", heisst es weiter.
Mit der Verschiebung des Termins erhalte man eine Marge für den Übergang zur EU-Plattform eForms. Selbst wenn die EU später als angekündigt liefern sollte, könnte die neue Schnittstelle bis im Juli 2023 "mit grosser Sicherheit umgesetzt" werden, so der Verein Simap.

Holpriger Start

Die erste Ausschreibung zur Simap-Erneuerung wurde schon Ende 2016 publiziert. Der Zuschlag für das Projekt "Simap2019" ging im Mai 2017 an die griechische Firma European Dynamics (ED).
2019 wurde das Projekt abgebrochen. Damals hiess es, die Grenze der verfügbaren Ressourcen sei erreicht, es seien zu viele grundlegende Änderungen im Rahmen der Testphase notwendig geworden. Schliesslich mussten knapp 600'000 Franken an ED gezahlt werden und es blieb eine "testfähige Basislösung", wie es damals hiess.
Mit dem neu aufgegleisten Projekt Kissimap soll nun alles besser laufen. Anfang 2021 gewann die AWK Group die Ausschreibung für Projektleitungsressourcen. Zuvor hatten die Berater bereits eine Studie zum Stand, der Planung und den Zielen des Projekts vorgelegt. Im Sommer 2021 sicherte sich die Berner Agentur Unic den Zuschlag für die Realisierung der Plattform.
Statt Anfang heisst es jetzt also Mitte 2023. Für den Umstieg gibt es aber etwas Luft. Denn der Vertrag mit dem bisherigen Applikationsentwickler KPS Solutions endet erst am 31. Dezember 2023.

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