Das verdienen Informatiker im Jahr 2023

11. April 2023 um 12:00
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Foto: Stellrweb / Unsplash

Das neue "Lohnbuch Schweiz" bietet Einblicke in die Löhne der IT-Berufe: Berater und Security-Experten gehören zu den Vielverdienern. Konjunkturforscher rechnen mit starken Lohnanstiegen im laufenden Jahr.

Die ICT-Branche ächzt unter dem Mangel an Fachkräften. Firmen lassen sich neue Tricks einfallen, um Mitarbeitende zu gewinnen. Einige, wie die Postfinance, haben begonnen, in ihren Stelleninseraten offene Lohnversprechen zu machen. Beim Finanzinstitut war Ende März eine Stelle für einen berufserfahrenen Softwareentwickler (Devops) mit Studienabschluss ausgeschrieben. Das Versprechen: 115'000 bis 130'000 Franken Lohn im Jahr, wenn man alle Anforderungen erfüllt.
Das entspricht dem Branchenschnitt, wie dem "Lohnbuch Schweiz 2023" zu entnehmen ist. Die Publikation, die vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich herausgegeben wird, zeigt: Ein Devops-Engineer auf Stufe Senior im Alter von 40 Jahren darf einen monatlichen Lohn von rund 9400 Franken erwarten. Das sind über 13 Monatslöhne gerechnet etwa 122'000 Franken, also genau zwischen den beiden Zahlen von Postfinance.
Das Lohnbuch lässt weitere Einblicke in die Medianlöhne der IT-Berufe zu. Diese zeigen den Zentralwert, bei dem die Hälfte der Beschäftigten mehr, die andere Hälfte weniger verdient. Statistische Ausreisser werden so verringert.
Grosse Unterschiede gibt es zwischen den Alterskategorien und zwischen den Stufen Junior, Professional und Senior. Auch in den verschiedenen Regionen zeigen sich erhebliche Unterschiede: Lohnbeziehende IT-Dienstleister erhalten in Zürich fast 9% mehr als im Schweizer Mittel, das Tessin ist das Schlusslicht: Dort gibt es 30% weniger als im  Schweizer Durchschnitt.

Die Einstiegslöhne haben sich kaum bewegt

Das Einstiegssalär mit einem Informatik-Lehrabschluss (EFZ) liegt wie schon letztes Jahr bei rund 4700 Franken, mit Berufsmittelschule bekommt man 220 Franken obendrauf. Wer einen Bachelor mitbringt, steigt mit 6185 Franken ein, mit einem Master sind es 6700 Franken. Üblich ist in den ICT-Berufen eine 42-Stunden-Woche, heisst es im Lohnbuch.
Wer einige Jahre gearbeitet hat, kann sich über eine prallere Lohntüte freuen: Für Design-, Engineering- oder Implementierungs-Leistungen kann man als 50-jähriger Senior knapp 10'200 Franken erwarten, ist man 25 Jahre Alt winken als Senior bereits fast 8900 Franken. In der Security gibt es noch etwas mehr Geld: Als 50-jähriger Senior sollen es dort 10'300 Franken sein.
Am meisten verdienen aber noch vor den ICT-Beratern (10'500 Franken ab 50 Jahren) und ICT-Security-Beauftragten (10'700 Franken) die ICT-Architekten. Ab dem 50. Lebensjahr gibts als Senior im Mittel 11'200 Franken im Monat aufs Bankkonto.

Hohe Lohnsteigerungen im Jahr 2023 erwartet

Deutlich weniger verdient man am Helpdesk: Als Senior im Alter von 30 Jahren kriegt man 7400 Franken, ist man über 50 Jahre alt, sind es 9000 Franken. ICT-Operators kriegen noch weniger Geld: 8700 Franken bekommt man als 50-jähriger Senior, der Datenverarbeitungssysteme bedient und überwacht. Das Schlusslicht, die ICT-Techniker, kriegen für das Installieren und Warten von Systemen schliesslich noch 7800 Franken, wenn sie 50 Jahre alt sind.
Angesichts von Fachkräftemangel und Inflation gehen Forschende der ETH Konjunkturforschungsstelle (KOF) davon aus, dass 2023 Lohnerhöhungen von über 2,5% für die Beschäftigten der Information und Kommunikation anstehen. Darunter fallen neben IT-Dienstleistungen allerdings auch Bereiche wie Verlagswesen und Rundfunk.
Die rund 9400 Lohnangaben im Buch entstammen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) sowie Empfehlungen und Statistiken der Berufs- und Arbeitgeberverbände. Zudem wurden Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) beigezogen. Das rund 750 Seiten schwere Lohnbuch kann ab dem 13. April bei Orell Füessli erstanden werden.

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