Die erste Schweizer Auto-Blockchain gewinnt an Tempo

6. März 2019 um 10:41
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Eine Vereinsgründung zeigt, wie eine Standard-Plattform entstehen könnte.

Eine Vereinsgründung zeigt, wie eine Standard-Plattform entstehen könnte.
Es gibt einen neuen Schweizer Verein namens "Cardossier", dies teilt der Verein mit. Dies ist insofern interessant, da damit ein Schweizer Blockchain-Projekt an Fahrt gewinnt, das über technologische und strategische Fragen und PoCs hinausgeht.
Das Projekt wurde letzten Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit dieser ersten Phase als Innosuisse-Forschungsprojekt hat sich um die Plattform nämlich ein "Ökosystem" gebildet, wie es für jedes Blockchain-Projekt zentral ist. Diese Anforderung zeigt "Cardossier" gut, will der Verein doch den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs auf einer Permissioned Blockchain festhalten. Damit dies überhaupt Sinn macht, müssen alle Stakeholder – von der Fabrik über den Autohändler, den Erstbesitzer, den Zweitbesitzer, die Versicherungen, die Verwaltung etcetera – mitmachen.
Und der Verein kann schon viele Stakeholder zu den Mitgliedern und zum Ökosystem zählen: Zum einen sind es die Initianten des Car-Dossier-Innovationsprojekts, nämlich AdNovum, die Universität Zürich, der Informatikbereich der Hochschule Luzern, der Autohändler AMAG, der Versicherer AXA, die Sharing-Plattform Mobility und das Strassenverkehrsamt Aargau. Zum andern sind neu dazugestossen AMAG Leasing, sowie seitens des Schadenmanagements Audatex, dann der Spezialist für Autodaten auto-i-dat, der Online-Marktplatz AutoScout24 sowie PostFinance und der Schweizerische Leasingverband.
Damit scheinen die Chancen intakt, dass sich genügend weitere Akteure für eine Teilnahme interessieren dürften und so die nötige Breite an Mitgliedern erreicht werden könnte.
Die postalische Adresse des Vereins und die Mitgliederwerbung liegen laut Mitteilung bei Adnovum, Vereinspräsident ist Martin Sprenger, Leiter Entwicklung und Personal des Strassenverkehrsamts Aargau.
Cardossier will zur nationalen Standardplattform für den Datenaustausch und die Abwicklung unternehmensübergreifender Prozesse in der Automobilindustrie werden. "Die Plattform definiert sich als offen, nicht gewinnorientiert und wird von allen Beteiligten gemeinsam entwickelt. Sie ist neutral und demokratisiert den Zugang zu Daten", betonen die Mitglieder.
Als nächste Schritte auf der Roadmap kündet der Verein eine Testphase für Use Cases wie einen digitalen Fahrzeugausweis an. Für alle Cases, die mehrere Mitglieder betreffen, werden Arbeitsgruppen gebildet. Parallel dazu werden weitere Mitglieder gesucht und die produktive Plattform (Basis ist Corda Distributed Ledger (DLT) von R3) für den Launch im Jahr 2020 vorbereitet. Die Wissenschafter treiben zudem ihre Forschungen voran. (mag)
Update (6.3.): In der ersten Fassung hiess es, die Cardossier-Plattform basiere auf Hyperledger. Dies war aber nur in der Pilotphase der Fall. Anschliessend haben die Verantwortlichen auf Corda DLT gewechselt: "Wir haben uns für Corda entschieden, weil wir überzeugt sind, dass die verwendeten Konzepte und Architektur am besten zu unseren Anforderungen bezüglich Vertraulichkeit, Skalierbarkeit und Interoperability passt", präzisiert Adnovum.

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