Swisscom baut ein weiteres Entwicklungs-Zentrum im Ausland

10. Juli 2020, 07:51
image

Man finde zu wenige DevOps-Fachkräfte in der Schweiz, begründet Swisscom den Schritt. Der Personalverband Transfair zeigt sich besorgt.

Swisscom baut nach den Niederlanden in Lettland ein zweites Zentrum für Entwickler auf. Man ziehe ein positives Fazit aus dem Engagement von Software-Spezialisten in Rotterdam, schreibt das Schweizer Unternehmen in einer Mitteilung. Es gelinge nach wie vor nicht, genügend DevOps-Fachleute in der Schweiz zu rekrutieren.
Als Zielgrösse für das im Oktober 2019 eröffnete Zentrum in Rotterdam sind 200 Angestellte vorgesehen. Mittlerweile arbeiten 30 Personen am Standort. Weiter 60 Entwickler seien bereits verpflichtet worden, ist der Mitteilung nun zu entnehmen. Im neuen Zentrum in Riga sollen bis Ende 2021 nochmals rund 40 Arbeitsstellen in der Softwareentwicklung entstehen.
"Ebenso wie in Rotterdam, gehen die Stellen in Riga nicht auf Kosten von Arbeitsplätzen in der Schweiz. Offene Stellen werden weiterhin zuerst in der Schweiz ausgeschrieben", versichert Swisscom. In Lettland soll schlicht die Lücke an Arbeitskräften auf dem Schweizer Markt geschlossen werden.
Man sichere mit dem Schritt sogar Arbeitsplätze in der Schweiz verspricht Konzernleitungsmitglied Christoph Aeschlimann: "Technologiezyklen werden immer schneller und die Auswirkung von Neuerungen tiefgreifender. Gleichzeitig müssen wir auch am Markt rascher und agiler reagieren. Nur so steigern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und sichern gerade in der Schweiz Arbeitsplätze. "
Anders sieht dies der Personalverband Transfair: "Es wird der einfache Weg gewählt und Arbeitsplätze im Ausland werden Arbeitsplätzen in der Schweiz vorgezogen". Auf Anfrage erklärt Robert Métrailler, der die Branche Kommunikation bei Transfair leitet, dass man den Schritt im umkämpften Marktumfeld einerseits nachvollziehen könne, sich aber zugleich Sorgen mache, ob dies nicht zukunftsweisend sei. Das Outsourcing führe schliesslich auch dazu, dass der Anreiz für die Ausbildung von Fachkräften abnehme.
Dank dem "wettbwerbsfähigen Lohnniveau" erwarte man sich neben der Beschleunigung der Softwareentwicklung auch Kostenersparnisse, hält auch Swisscom fest. Die Finanzierung erfolge derweil durch die Internalisierung von Aufgaben, die bisher externe Dienstleister erledigt hatten.
Swisscom werde beweisen müssen, dass diese Entscheidung bestehende Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten und neue schaffen werde und dass durch die Strategie Aktivitäten wiedereingegliedert würden, die derzeit von den Dienstleistern übernommen würden, so Transfair.
Auf der Website von Swisscom sind für die Schweiz derzeit rund 30 Stellen unter dem Stichwort DevOps ausgeschrieben.

Loading

Mehr zum Thema

image

HPE zeichnet Schweizer Partner aus

Der Channel trägt 60% zum HPE-Umsatz bei. Auch dieses Jahr ehrt der Hersteller seine besten Schweizer Partner.

publiziert am 31.1.2023
image

Logitech ernennt neuen COO

Das Unternehmen besetzt gleich zwei Posten neu: Prakash Arunundrum wird zum operativen Chef und Charles Boynton zum Finanzchef berufen.

publiziert am 31.1.2023
image

Commvault hat schon wieder einen neuen Schweiz-Chef

Nicolas Veltzé ist bereits für Österreich und Südosteuropa zuständig. Seine Vorgängerin war nur 4 Monate im Amt.

publiziert am 30.1.2023
image

Competec hat eigene Marke für PC-Zubehör lanciert

Die neue Schweizer Marke Onit wurde bis jetzt nicht gross angekündigt. Das wird laut Competec bewusst so gehandhabt.

publiziert am 30.1.2023