Twitter: "Es war ein Spear-Phishing-Angriff"

31. Juli 2020 um 12:46
  • security
  • cyberangriff
  • datenschutz
  • twitter
image

Hacker verschafften sich Zugang zu internen Support-Tools und prominenten Accounts. Dies erreichten sie mit einer Spear-Phishing-Attacke via Telefon.

Twitter hat in einem Blogbeitrag ein paar weitere Details zum Angriff vom 15. Juli bekannt gegeben. Damals drangen Hacker in die Systeme ein und schafften es, von einigen sehr prominenten Accounts aus zu twittern und einen Bitcoin-Betrug zu verbreiten.
Wie Twitter nun schreibt, wurden einige Mitarbeitende Ziel einer Phishing-Attacke, genauer gesagt eines Telefon-Spear-Phishing-Angriffs. Weitere Details dazu, wie dies abgelaufen ist, verrät das Unternehmen nicht. Zuvor erklärte Twitter, dass die Angreifer Zugang zu Tools gehabt hätten, die ausschliesslich den internen Support-Teams zur Verfügung stehen würden.
Es ist zu vermuten, dass die Hacker Twitter-Mitarbeitende angerufen haben, sich als Kollegen, Vorgesetzte oder Security-Personal ausgegeben haben, und die Opfer baten, die Zugangsdaten preiszugeben.
Der Angriff sei ein konzertierter Versuch gewesen, bestimmte Mitarbeiter in die Irre zu führen und menschliche Schwachstellen auszunutzen, so das Unternehmen. Und es sei "eine eindrucksvolle Erinnerung" daran gewesen, wie wichtig jede einzelne Person mit Blick auf die IT-Sicherheit sei.

Zugriffsberechtigungen der Angestellten in Kritik

Der beispiellose Angriff zeigte auch ein grundsätzliches Problem bei Twitter. Denn es wurde bekannt, dass die Angreifer auch auf Direktnachrichten zugreifen konnten. Dies bedeutet, dass auch gewisse Mitarbeitende offensichtlich sehr tiefen Einblick in die Daten der User haben könnten. Dieser mangelnde Schutz wurde bereits vor dem Angriff kritisiert.
"Nach dem Vorfall gab es Besorgnis im Hinblick auf die Tools und Zugangsberechtigungen für Mitarbeitende", schreibt Twitter nun. Die Mitarbeitenden würden über eine Reihe von Tools verfügen, um Supportanfragen zu erledigen, Inhalte gemäss den Twitter-Regeln zu überprüfen oder um auf Berichte zu reagieren. "Der Zugang zu diesen Tools ist streng begrenzt", betont Twitter, und man toleriere keinen Missbrauch. Das Unternehmen überwache und kontrolliere Zugänge und überprüfe regelmässig die Berechtigungen. "Während diese Instrumente, Kontrollen und Prozesse ständig aktualisiert und verbessert werden, prüfen wir intensiv, wie wir sie noch ausgefeilter gestalten können", heisst es im Blogeintrag.

Loading

Mehr zum Thema

image

Commvault setzt auf Cyberresilienz statt Prävention

Beim diesjährigen Commvault Shift in Zürich wurde deutlich, wie stark sich der Fokus der Cybersicherheit verschiebt: weg von reiner Prävention hin zu schneller Wiederherstellung im Ernstfall.

publiziert am 12.5.2026
image

Ivanti-Lücke wird bereits angegriffen

Der Softwarehersteller patcht gleich fünf Schwachstellen. Eine wird aktiv ausgenutzt und ruft Security-Behörden auf den Plan.

publiziert am 11.5.2026
image

Finanzplatz Schweiz schafft Cyber-Krisenstab

Eine neue Krisenkoordinationszelle soll künftig verhindern, dass ein gezielter Cyberangriff auf den Finanzplatz Schweiz weitreichende Auswirkungen haben kann.

publiziert am 11.5.2026
image

Bund wiegelt ab wegen Spam-Attacke auf Waadtländer Parlament

Das Bacs stuft den Angriff als politischen Aktivismus ein. Daten seien keine abgeflossen.

publiziert am 11.5.2026