Ein Switch brachte den Flugverkehr über der Schweiz zum Erliegen

16. Juni 2022 um 09:48
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Foto: Jett Pongsakon / Unsplash

Weil ein Switch ausgefallen ist, musste der gesamte Luftraum über der Schweiz gesperrt werden. Mit einem moderneren System hätte das verhindert werden können.

Nach der gestrigen Sperrung des gesamten Schweizer Luftraums wurden nun weitere technische Details zum Vorfall bekannt. Gemäss einem Firmensprecher sei der Ausfall auf eine in Genf stationierte Hardware-Komponente im Netzwerk von Skyguide zurückzuführen gewesen. In einem Interview mit 'CH Media' sagte Alex Bristol, Chef der Flugsicherung Skyguide, dass die Ursache für die Störung zwar noch nicht genau bekannt sei, man aber mit der Untersuchung des Vorfalls beschäftigt sei. Er konnte lediglich erörtern, dass derjenige Switch, der für die Datensendung vom einen zum anderen Computer zuständig war, nicht richtig funktioniert hat.
Normalerweise würde in einem solchen Fall automatisch ein zweiter Switch die Arbeit des ausgefallenen Geräts übernehmen. Dieser zweite Switch habe allerdings die Fehlfunktion des ersten nicht realisiert und die Daten immer wieder zurückgeschickt, erklärte Bristol gegenüber dem Newsportal. Auf die fehlenden Redundanzen angesprochen entgegnete der Skyguide-Chef, dass es diese sehr wohl gäbe und auch die Fluglotsen genau wüssten, was zu tun ist, sollten Daten mal einfach so verschwinden.

Virtuelle Zentralisierung kommt

Wie die 'NZZ' berichtet, wäre die Sperrung des Luftraums zu verhindern gewesen, wenn das seit 2011 geplante Projekt Virtual Centre bereits vollendet worden wäre. Mit dem Vorhaben sollen die beiden Schweizer Flug­über­wachungs­zonen in der West- und der Deutschschweiz virtuell zusammengelegt werden. Zurzeit wird von Genf aus die Westschweiz abgedeckt und von Dübendorf aus die Deutschschweiz sowie die jeweiligen Nachbarregionen im Ausland. Nicht dem Schweizer Luftraum zugerechnet wird der Flughafen in Basel, dessen Luftraum von den französischen Behörden kontrolliert wird.
Mit dem neuen Virtual Center sollen die Technologie am Boden sowie die operationellen Verfahren von Skyguide harmonisiert werden. Damit soll schlussendlich der gesamte Schweizer Luftraum von nur einer Flugsicherung abgedeckt werden. Ein Sprecher von Skyguide erklärte, dass die Konsequenzen des Vorfalls in Genf möglicherweise hätten eingeschränkt werden können, wenn dieses System bereits in Betrieb gewesen wäre.
Im letzten Jahresbericht von Skyguide heisst es, dass die finale Phase des Projekts begonnen habe und es nun um die praktische Umsetzung des Vorhabens gehe. Gemäss dem Papier dürfte es allerdings noch bis ins Jahr 2027 dauern, bis der gesamte Schweizer Luftraum ortsunabhängig überwacht werden kann.

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