EPD-Konkurrent ist landesweit verfügbar

19. Juni 2023 um 11:42
image
Illustration: Midjourney

Während der Bund seinem serbelnden Patientendossier neues Leben einhauchen will, macht die Konkurrenz vorwärts. Ab sofort ist eine private App schweizweit verfügbar.

Das elektronische Patientendossier (EPD) kommt nicht auf Touren. Je nach Zählweise haben rund 18'000 Menschen eins gelöst, die meisten davon in der Westschweiz. Der Bundesrat will das Projekt retten - mit 2 Ideen:
Erstens soll das EPD für alle Pflicht werden, ausser man äussert den explizit den gegenteiligen Wunsch. Doch für diese Idee gibt es Widerstand. Ärztinnen und Pflegende wollen an der Freiwilligkeit festhalten, wie sie in der Vernehmlassung zur Gesetzesrevision geäussert haben.

Kommt das EPD vom Bund noch auf die Beine?

Zweitens soll eine Marketingkampagne dem EPD wieder auf die Beine helfen, oder erstmals erklären, welche Vorteile das digitale Patientendossier überhaupt mitbringt. Den 6 Millionen schweren Auftrag dafür hat die Agentur Farner erhalten.
Während der Bund vor sich hinwerkelt, drückt eine private Alternative zum EPD aufs Gaspedal. Seit heute ist die "Compassana Patienten-App nach mehrmonatiger Testphase" schweizweit verfügbar, wie Bluespace Ventures mitteilt. Das ist das Unternehmen hinter der Patienten-App, an dem die Krankenkassen Groupe Mutuel, Helsana und Swica, das Privatspital Hirslanden, dieGesundheitsorganisation der Migros, Medbase, sowie das öffentliche Luzerner Kantonsspital beteiligt sind.

Private EPD-Kopie ist gestartet

Ziel der App sei es, "mittels digitaler Plattform über alle medizinischen und medizinnahen Bereiche hinweg relevante Akteure für eine verbesserte, integrierte Zusammenarbeit zu vernetzen", heisst es in der Mitteilung. Aktuell bietet die App mehrere Funktionen, darunter die Erfassung von Medikamenten, die Organisation und Kategorisierung von Gesundheitsdokumenten, den Austausch "sicherer Nachrichten" an und für Gesundheitsfachpersonen, den Abruf von Behandlungswegen oder die Buchung von Terminen und Gesundheitsservices.
Dabei soll es indes nicht bleiben: Die App werde fortlaufend weiterentwickelt, heisst es von Bluespace. Es gehe im nächsten Schritt darum, "Kooperationen zwischen medizinischen Leistungserbringern und Versicherungen zu unterstützen", um eine datenbasierte, durchgehende Gesundheitsversorgung ohne Informationslücken sicherzustellen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Amazon nimmt in der Schweiz Anleihen für 2,82 Milliarden Franken auf

Es ist einer der grössten Beträge, die je ein Unternehmen in Franken aufgenommen hat. Gebraucht wird das Geld vor allem für KI und Cloud.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

BKW vergibt Auftrag für CRM und Vertragsmanagement

Die Berner Kraftwerke investieren rund 25 Millionen Franken in Softwarelösungen bis 2031.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

Nach Zürich wird auch für Luzerns Schulen mehr Open Source gefordert

Ratsmitglieder aus mehreren Parteien haben einen Vorstoss zu Open-Source-Software an den städtischen Schulen eingereicht. "Das Anliegen stösst auf breite Zustimmung", erklärt Erstunterzeichner Adrian Häfliger.

publiziert am 12.5.2026
image

Digitale Briefe der Post liegen auf Google-Servern

Digitale Sendungen der Schweizerischen Post werden auf Servern von Google gespeichert. Das wirft Fragen in Bezug auf die digitale Souveränität des Unternehmens auf.

publiziert am 12.5.2026