Erste Provider verrechnen das Replay-TV zusätzlich

13. April 2022 um 13:33
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Ein Kompromiss ermöglicht das zeitversetzte Fernsehen in der Schweiz weiterhin. Die Anbieter übertragen die Kosten teilweise auf ihre Kunden.

Nutzer von Salt TV können die bisherige Replay-Funktion ab dem 1. Mai nur noch eingeschränkt nutzen. Die Replay-Dauer wurde reduziert und die Vorspulfunktion gestrichen.
Kunden können neu pro Woche nur noch 30 Stunden rückwirkend Fernsehen. Bisher war dies bei allen Basissendern für sieben Tage uneingeschränkt möglich, wie Salt seinen Kunden mitteilt. Das Kundenschreiben liegt der Nachrichtenagentur 'AWP' vor. Gleichzeitig wird das Vorspulen im zeitversetzten TV oder bei einer Aufnahme nicht mehr möglich sein.

Entschädigung für überspulte Werbung

Wer die Replay-Funktion dennoch weiter nutzen möchte, der kann sich für einen monatlichen Aufpreis den alten Funktionsumfang zurückkaufen, heisst es weiter.
Hintergrund der Massnahme ist der sogenannte Gemeinsame Tarif 12 (GT12), den Salt nun als erster grosser Telekomanbieter umgesetzt hat. Darin haben sich TV-Sender, Telcos und Verwertungsgesellschaften auf eine Zwangswerbung beim zeitversetzten Fernsehen geeinigt.
Die TV-Sender hatten Einnahmeverluste beklagt, weil ihnen die bisherigen Entschädigungen fürs zeitversetzte TV durch die Telekomanbieter zu gering war.
Mit der Einigung auf den GT12 werden Nutzern entweder Werbeclips von knapp zwei Minuten beim Überspulen der Werbung eingeblendet, oder sie müssen einen Aufpreis zahlen. Eigentlich hätte der GT12 Anfang Januar in Kraft treten sollen, verzögert sich nun aber, wie Sunrise-UPC-Chef André Krause im Februar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP' erklärte.

Init7 kündigte ebenfalls höhere Preise an

Swisscom kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben zur Einführung von GT12 machen, wie das Unternehmen auf Anfrage von 'AWP' sagte. Zum gegebenen Zeitpunkt werde man das Angebot kommunizieren.
Bei Sunrise UPC wird es laut Anfrage unterschiedliche Angebote geben. Die genaue Ausgestaltung, Umsetzung und die Preise würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Eine Preiserhöhung kommuniziert hatte zuvor schon der Winterthurer Provider Init7: 11 Franken zusätzlich kostet dort die Replay-Funktion neu monatlich.

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