Es ist so weit: EWL weiht Rechenzentrum im Wartegghügel ein

21. Juni 2022, 15:37
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Bei der Eröffnung, am Eingang bei den Sportplätzen der Kanti Alpenquai. Foto: zVg

Nach nunmehr 10 Jahren ist eines der modernsten Datacenter der Schweiz in der ehemaligen Luzerner Zivilschutzanlage offiziell eröffnet worden.

Mit einer belegten Fläche von rund 300 Quadratmetern beziehungsweise rund 20% der Fläche ist das 2. Rechenzentrum der Stadt Luzern am heutigen 21. Juni 2022 offiziell in Betrieb genommen worden. Das bestätigt der städtische Energiedienstleister EWL auf Anfrage. Wer die Fläche belegt, können man aus "Diskretionsgründen" nicht sagen, teilt die EWL-Sprecherin Esther Schmid mit. Klar ist jedoch, dass einer der Ankerkunden des RZs die Stadt Luzern ist, die 40 Quadratmeter IT-Fläche belege, wie Schmid ausführt.
Das Datacenter, seit Jahren als eines der modernsten in der Schweiz beworben, hat eine lange Geschichte der Realisierung mit vielen Verzögerungen hinter sich. Das änderte sich langsam, als für den Betrieb des "Rechenzentrum Stollen Luzern" Anfang 2020 die EWL Rechenzentrums AG gegründet wurde, die heute von Marco Reinhard geführt wird. Inzwischen sollen für das RZ "rund ein Dutzend Mitarbeitende" im Einsatz stehen, allerdings "teilweise nicht exklusiv", wie die EWL-Sprecherin nachschiebt. Klar ist, dass Reinhard im Endausbau Herr über etwas mehr als 1600 Quadratmeter IT-Fläche sein wird, die sich über 5 Haupt- und 8 Nebenstollen verteilt, und mit seinem Team Server in rund 600 Racks betreuen kann.
Der 30 Millionen Franken teure Bau selbst befindet sich in einer unterirdischen ehemaligen Zivilschutzanlage, die der Kanton zu Zeiten des Kalten Kriegs in den 1960er-Jahren gebaut hatte. Der Bunker stand lange leer. Das EWL hatte 2012 ein Baugesuch eingereicht, das 2014 bewilligt wurde. Vier Jahre später erfolgte dann ein Planänderungsgesuch, das im April 2019 bewilligt wurde. Just in dem Monat, als offiziell laut EWL auch der Spatenstich zur ersten Ausbauetappe erfolgte. Doch der Startschuss für das RZ verzögerte sich mehrfach, ursprünglich war man schon von einer Inbetriebnahme Ende 2020 ausgegangen. Zuletzt war von der RZ-Eröffnung Ende 2021 die Rede.
Seit 2021 läuft nun der Mietvertrag mit der Stadt, die dem EWL das Bunkerareal für 60 Jahre zu einen Jahreszins von 54'000 Franken übertragen hat, wie Schmid bestätigt. Wobei für die Startphase verbilligte Mietzinsen gelten: in den ersten beiden Jahren je 18'000 Franken, im 3. und 4. Jahr je 36'000 Franken und ab dem 5. Jahr dann der volle Jahreszins.

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Ein Blick ins Innere des Rechenzentrums Stollen Luzern. Foto: zVg

Man habe modernste Technologien verbaut und könne mit "einer idealen Anbindung an die Energie- und Kommunikationsnetze" trumpfen, schreibt man beim Betreiber. Zudem habe sich, was beim Bau für Hürden sorgte, es sei Fels zu sprengen gewesen, zu den Vorzügen der Infrastruktur gewandelt. Wegen der unterirdischen Lage biete das Datacenter höchsten physischen Schutz – biometrische Zutrittskontrollen und permanente Videoüberwachung inklusive.
Noch ausstehend ist dabei die angestrebte TÜViT Zertifizierung 'Level 3 erweitert', womit hohe Anforderungen unter anderem an die Kälte- und Elektroversorgung, Sicherheitssysteme, Verkabelung und Energieeffizienz bestätigt werden.
Allerdings sind laut EWL neben den flexiblen Nutzungsmöglichkeiten auch schon der CO2-neutrale Betrieb garantiert. Das RZ nutze ökologisch-produzierten Strom und werde mit Seewasser aus dem Vierwaldstättersee gekühlt. Die Abwärme soll zum Beheizen von Gebäuden in der Umgebung genutzt werde.
Noch beweisen muss sich allerdings, ob der versprochene sehr gute PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,12 erreicht werden kann. "Dieser Wert muss in Betrieb über mehrere Monate gemessen und verifiziert werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir uns in diesem Wertbereich bewegen werden", so Schmid.

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