Fotoware aus Norwegen kauft Aarauer Picturepark

2. Juni 2022, 12:48
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Fotoware-CEO Anne Gretland mit Ramon Forster, dem künftigen General Manager von Picturepark. Foto: zVg

Mit der Übernahme der Schweizer DAM-Lösung haben die Norweger erstmals im eigenen Business zugekauft. Es geht um Wachstum, insbesondere die DACH-Region soll ausgebaut werden.

Der unter dem Namen Picturepark bekannte und in Aarau ansässigen DAM-Anbieter (Digital Asset Management) Vision Information Transaction (VIT) ist an Fotoware verkauft worden. Zum Übernahmepreis machten weder die Schweizer noch das Unternehmen des norwegischen Software-Investors Viking Venture Angaben.
Fotoware teilt mit, erstmals einen anderen DAM-Anbieter gekauft zu haben. Man wolle weiterwachsen und mit dem Schweizer DAM- und Content-Management-Plattform-Anbieter Picturepark seine Präsenz in Europa, insbesondere in der DACH-Region stärken. Derzeit ist Fotoware nach eigenen Angaben mit 86 Mitarbeitenden ausser in Norwegen auch mit eigenen Büros in Schweden, Dänemark, Deutschland, Grossbritannien und Australien vertreten.
Mit der Akquisition kommen nun rund 30 Mitarbeitende am Standort Aarau und in der Nähe Wiens hinzu, erklärt Fotoware-Sprecher Alex Kronenberg auf Anfrage. Dadurch erschliesse man sich weitere Länder in der DACH-Region, die ein "Schlüsselmarkt" sei. Es würden sicher keine Stellen abgebaut und auch an den bestehenden Offices nicht gerüttelt, so Kronenberg weiter. Auch das Picturepark-Management mit Roman Forster, Philip Axmann und Urs Brogle bleibe weiter an Bord und es gebe keinen Namenswechsel. Forster amte künftig als General Manager, während Axmann weiterhin den Bereich Business Development verantworte und Brogle das Engineering.
Anne Gretland, CEO von Fotoware, betont denn auch die Gemeinsamkeiten der beiden Unternehmen. Beide hätten eine eindrucksvolle Geschichte als DAM-Pioniere hinter sich und "unsere Vision und Mission stimmen überein", so Gretland. Von der Akquisition erwartet sie unter anderem, dass "unsere Teams" innovativer und effizienter als bisher arbeiten werden.
In Aarau führt Olivia Schütt in einem kurzen Telefonat aus, dass vorläufig alles mehr oder weniger beim Alten bleibe. Bis Ende Jahr soll aber eine gemeinsame Strategie vorliegen und die Produktepalette auf Konsolidierungspotenziale überprüft werden, so die Product-Marketing-Managerin. Wichtig sei, dass mit der Übernahme Picturepark in die Lage versetzt werde, seine Produktentwicklung schneller als bisher auszubauen. Zudem wolle man mit dem neuen Eigentümer den Verkauf und die Partnerlandschaft erweitern, so Schütt.
Insgesamt, heisst es in der Mitteilung weiter, vergrössere Fotoware durch den Zukauf seinen Marktanteil und sein Fachwissen. Das sei unter anderem deshalb wichtig, weil sich angesichts des weltweit steigenden Digitalisierungsbedarfs DAM-Anbieter auf ein massives Wachstum in den kommenden Jahren vorbereiten müssen. Hierfür wollen sich Fotoware und Picturepark als wichtige Player positionieren und auch ihre Produkte kontinuierlich verbessern.
Zumindest indirekt adressiert der Zukauf auch die seit kurzem bekannten Ausbauplanungen bei Konkurrenten wie dem St. Galler Unternehmen Frontify. Dieses hatte man sich im letzten Jahr in einer Finanzierungsrunde 46 Millionen Franken sichern können.

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