FTX-Gründer sitzt in Auslieferungshaft

13. Dezember 2022, 11:46
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Foto: Eduardo Balderas / Unsplash

Sam Bankman-Fried wurde auf den Bahamas verhaftet, auch die Schweiz spielt eine Rolle im FTX-Konstrukt. Das war Thema im Schweizer Parlament.

Etwas mehr als einen Monat nachdem die Kryptobörse FTX Konkurs angemeldet hat, gibt die Generalstaatsanwalt der Bahamas die Verhaftung des Gründers Sam Bankman-Fried bekannt. Der Zugriff erfolgte, nachdem die US-Regierung den Inselstaat über ein Strafverfahren und einen möglichen Auslieferungsantrag informiert hat. Die Bahamas dienten FTX als Geschäftsbasis.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Jungunternehmen wegen Betrugs angeklagt. Bankman-Fried und Mitarbeitenden wird unter anderem vorgeworfen, Kundeneinlagen bei FTX für die Stützung der Handelsfirma Alameda Research genutzt zu haben, die ebenfalls in ihrem Besitz war. Zudem sollen Insider bevorteilt worden sein. Der ehemalige FTX-CEO hätte heute vor dem US-Kongress aussagen sollen, stattdessen befand er sich in einem Interview-Marathon von den Bahamas aus, um seine Sicht darzulegen.
Die Vorsitzende des zuständigen Ausschusses schrieb in einem Statement: "Obwohl Herr Bankman-Fried zur Rechenschaft gezogen werden muss, verdient die amerikanische Öffentlichkeit es, direkt von ihm zu hören, wie über eine Million Menschen geschädigt und die hart verdienten Ersparnisse so vieler Menschen vernichtet wurden." Bankman-Frieds Nachfolger John Ray sagte laut 'The Verge' zu den Aufräumarbeiten in der Kryptobörse: "Noch nie in meiner Laufbahn habe ich ein so vollständiges Versagen der Unternehmenskontrollen und ein so vollständiges Fehlen vertrauenswürdiger Finanzinformationen erlebt."

Bankman-Fried: Gelder in Zug, Aktiengesellschaften in Schwyz

Neben den Bahamas spielt auch die Schweiz eine Rolle im Konstrukt um die FTX. Nachdem man sich im Crypto Valley noch Mitte November zuversichtlich gezeigt hatte, zugleich aber das zerstörte Vertrauen moniert worden war. Das waren aber offizielle Stimmen, die sich vor dem Ausmass der Vernetzung und Schäden geäussert hatten. Recherchen des 'Blick' zeigen nun ein anderes Bild, auch wenn das Geschäft in Zug und anderen Valley-Destinationen stärker reguliert sein dürfte.
Handfestes ist aus dem Parlament zu erfahren: Der Hedgefonds Alameda Research hatte Millionen auf einer Zuger Bank deponiert, zudem wurden Aktivitäten der FTX-Gruppe mithilfe zweier Aktiengesellschaften im Schwyzer Freienbach erbracht. Dies geht aus Fragen von SP-Nationalrat Roger Nordmann hervor, die er in der parlamentarischen Fragerunde aufgeworfen hat. Er wollte von der Regierung wissen, ob Finma oder Bundesanwaltschaft in der Sache tätig geworden seien. Und ob Massnahmen für den Schutz von Gläubigern in der Schweiz getroffen wurden.
Finanzminister Ueli Mauerer verwies auf die entsprechenden Gesetzesartikel und hielt fest, dass die zuständigen Stellen, falls erforderlich, die notwendigen Massnahmen ergreifen würden. Diese würden dann auch, falls erforderlich und mit dem Amtsgeheimnis vereinbar, über die Vorgänge informieren. Gefahren für den traditionellen Finanzsektor gebe es auf jeden Fall nicht, die Verbindungen mit dem Kryptobereich seien weiterhin gering.
Update 16:00: Es wurde Anklage gegen Sam Bankman-Fried erhoben. Der zweite Absatz wurde entsprechend angepasst.

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