Gartner zur Zukunft: NFTs und Metaverse sind ungewiss, bieten aber viel Potential

12. August 2022 um 13:06
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Gartners Methoden dürften etwas stärker auf Empirie basieren. Foto: Hulki Okan Tabak / Unsplash

Die Marktforscher haben den neusten "Hype Cycle" publiziert, spannend finden sie vor allem Technologien im frühen Entwicklungsstadium. Ausgang der Experimente: strittig.

Die Marktforscher von Gartner haben ihren jährlichen "Hype Cycle for Emerging Technologies" veröffentlicht, den Primus unter den Hype-Zyklen. Mehr als 2000 Technologien wollen die Forscher untersucht haben, um sie in einige Reihen der aufstrebenden Trends einzuordnen. Das wiederum soll CIOs und Tech-Managern Entscheidungen in Sachen Zukunftstechnologie erleichtern, lautet das Versprechen von Gartner.
Auf einem Liniendiagramm im Hype Cycle zeigt die Marktforschungs- und Technologieberatungs-Firma jeweils den aktuellen Stand einer Technologie. Auf einer Zeitachse durchlaufen diese verschiedene Stadien: Von der Erfindung über den Gipfel der aufgeblasenen Erwartungen durch das Jammertal der Desillusion soll das Zeitalter der Aufklärung schliesslich den Weg zum breiten produktiven Einsatz bereiten. Wenn das denn gelingt. Denn immer wieder verschwinden Technologien sang- und klanglos im Nirwana der Tech-Ideen – zugegeben, keine Wortschöpfung von Gartner.
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Der neuste Hype Cycle von Gartner: Alles auf Start.
Für einmal finden sich auf dem jüngsten Cycle sämtliche Technologien in der Anfangsphase oder auf dem Peak. Auf dem Höhepunkt der übersteigerten Erwartung sieht Gartner NFTs und Web3 sowie dezentrale Identitäten. Für die "einzigartigen Token" erwarten die Marktforscher keine Grabesrede, sondern den produktiven, breiten Einsatz bereits in 2 bis 5 Jahren. Web3 und dezentrale Identitäten sieht man bei Gartner in 5 bis 10 Jahren zum kommerziellen Einsatz reifen. Für das Metaverse rechnet man hingegen noch mit über 10 Jahren, findet man es doch im Hype Cycle noch im "Innovation Trigger".

Wortakrobatik als Geschäftsmodell

Und weil alles noch ganz am Anfang steht, heisst es bei Gartner sehr bescheiden, die langfristige Entwicklung der Technologien sei höchst unsicher. Sie würden aber zugleich potenziell umso grössere Vorteile für frühe Anwender bieten. Diese müssten bloss die übergreifenden Trends verstehen. Dazu gehört für die Marktforscher die "immersive Erfahrung", also das Eintauchen in virtuelle Welten, die von Metaverse, NFTs, Superapps, dezentralen Identitäten, digitalen Twins und Marktplätzen abhängig sei. Gartner sah bereits im Hype Cycle von 2017 Virtual Reality in raschem Schritt durch das Zeitalter der Aufklärung schreiten, schon damals mit "immersiven Erlebnissen" im Gepäck. Vielleicht findet man VR dann in einigen Jahren mit dem Metaverse auf dem "Plateau der Produktivität" angekommen.
Mehr Sicherheit kann man sich von den Prognosen in Sachen Künstliche Intelligenz erwarten, die immer wichtiger werden soll. Die neusten Hits wie Machine Learning Code Generation (das neuste Github-Tool scheint nicht zu funktionieren, wie erhofft) oder Generative Design KI kann man dem Hype Cycle entnehmen. Auch weiteren Tech-Neologismen wie Augmented FinOps, Cloud-Nachhaltigkeit und Dynamic Risk Governance finden sich dort. Bei der Prognose allerdings nicht zu erläutern, was es mit den mysteriös anmutenden Leitworten – Begriffe sind es noch nicht – auf sich hat, ist wiederum Teil des Geschäftsmodells von Marktanalysten und Technologieberatern.

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