Google will ChatGPT-Konkurrenz öffentlich zugänglich machen

3. Februar 2023 um 13:08
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Google-CEO Sundar Pichai im Jahr 2014. Foto: Maurizio Pesce unter CC BY 2.0

OpenAI hat mit Microsoft den Kampf um die Zukunft des Internets eröffnet, nun zieht Google nach. Das bedeutet ein Umdenken im Suchmaschinenkonzern.

Google sieht sich von ChatGPT offenbar unter Druck gesetzt. Nachdem der Techriese eine eigene Sprach-KI in ähnlichem Umfang jahrelang der Öffentlichkeit vorenthalten hatte, will er nun eine Konkurrenz zur Software von OpenAI zugänglich machen. Konzernchef Sundar Pichai sagte, das Tool solle "sehr bald" für Google-Nutzer zur Verfügung stehen. Die Ankündigung kommt keine zwei Wochen, nachdem Konkurrent Microsoft Milliardeninvestitionen in ChatGPT in Aussicht gestellt hatte.
Bei Google deutet sich damit eine Kursänderung an. Bereits 2018 hatte der Konzern eine Software präsentiert, die telefonisch Reservierungen in Restaurants vornehmen kann. Das rief Kritiker auf den Plan, die vor Missbrauch warnten. Google liess das Tool intern einsetzen, wollte es aber dem breiten Publikum vorenthalten. Das soll sich nun offenbar ändern. Neben der Integration von ChatGPT in die Tools von Microsoft dürften auch die 100 Millionen aktiven User des KI-Chatbots innert 2 Monaten einen Anstoss dazu gegeben haben. Zugleich nimmt sich die Geschäftsentwicklung von Google nicht besonders gut aus.
Bei Google könnte die KI in die Suchmaschine integriert werden, was Microsoft für das Konkurrenz-Tool Bing mit ChatGPT bereits angekündigt hat. Dies geht aus einer Einladung hervor, die 'The Verge' erhalten hat. Am 8. Februar will Google demnach die Zukunft der Informationssuche mit künstlicher Intelligenz präsentieren, allerdings ist dort vorerst die Rede von Google Lense, Translate sowie Maps. Falls die beiden Techkonzerne ihre Suchmaschinen mit KI bewaffnen, dürfte der Kampf um die Dominanz im Internet in eine neue Stufe eintreten, Microsoft als Herausforderer hat den ersten Schritt gemacht.
ChatGPT lässt das offenbar relativ kalt. Auf die Frage, ob Google eine echte Alternative bieten könne, liess die Software wissen: "Ja, es gibt immer Konkurrenz in jedem Markt und andere Unternehmen können auf dem Gebiet der natürlichen Sprachverarbeitung erfolgreich sein. OpenAI bleibt bestrebt, ChatGPT durch fortwährende Forschung und Entwicklung auf dem neuesten Stand zu halten." Wirtschafts-PR-Sprache kann die Software auf jeden Fall und Sie wirkt dabei auch noch entspannt.

Sundar Pichai wollte 2020 eine KI-Regulierung

Wie wichtig das KI-Geschäft hingegen für Google wird, zeigt sich schon an der Veröffentlichung der Geschäftszahlen. Dem Magazin 'Businessinsider' ist aufgefallen, dass die Investitionen in die KI-Forschungsabteilung Deepmind künftig nicht mehr unter "weitere Einsätze" laufen soll, sondern direkt in den Unternehmenskosten der Muttergesellschaft Alphabet ausgewiesen wird. Dies spiegle die zunehmende Nutzung der Technologie in zentralen Bereichen wie Google Services und Google Clouds wider, so das Wirtschaftsmagazin.
Der Wettlauf dürfte sich beschleunigen. Das muss auch die Regulierung auf den Plan rufen. Sundar Pichai selbst hatte sich in einem Gastbeitrag in der 'Financial Times' 2020 für staatliche Regularien im Bereich Künstlicher Intelligenz ausgesprochen. Der Alphabet-Chef gab zu bedenken, dass selbst verordnete Prinzipien der Firmen nicht genügen würden. Zwischenzeitlich hat der Konzern zwei KI-Ethikerinnen gefeuert, in Sachen Regulation wurde vor allem Papier produziert.

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