Hohe Speicherpreise setzen Intel zu

30. Oktober 2026 um 13:28
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Foto: Intel

Die Speicherpreise bremsen das PC-Geschäft aus. Dies wird sich laut Intel auch nächstes Jahr nicht ändern.

Der Chiphersteller Intel schien vor drei Monaten nach langer Durststrecke auf dem Weg der Besserung. Doch jetzt hat Intel trotz einer Umsatzsteigerung auf einen Schlag mehr als ein Fünftel seines Börsenwerts verloren, weil die Geschäftsprognose des Konzerns die Investoren schwer enttäuschte. Intel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden.
Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips für Rechenzentren, für die es eigentlich eine hohe Nachfrage gäbe. Intel sagte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden US-Dollar vorher. Analystinnen und Analysten hatten eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich. Die Aktie stürzte im nachbörslichen US-Handels um rund 22% ab.

Schwaches PC-Geschäft

Intel-Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft würden. Auch mindestens übers erste Halbjahr 2027 werde es keine Besserung geben, betonte er.
Intel-Chef Lip-Bu Tan verwies darauf, dass der ganze Markt betroffen sei. Auch im gesamten kommenden Jahr würden die Speicherpreise ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet für 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um 10% nach einem Rückgang um 12% in diesem Jahr.

Kehrseite des KI-Booms

Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage zum Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) explosiv gestiegen. Intel profitiert mit seinen Prozessoren ebenfalls vom KI-Boom. Man habe aber die Nachfrage nicht ausreichend bedienen können, sagte Lip-Bu Tan. Gründe dafür waren unter anderem Engpässe bei einigen Rohstoffen sowie die zeitweise Schliessung einer Fabrik in Israel.
Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 21% auf 16,5 Milliarden Dollar zu, was in etwa den Analystenerwartungen entsprach. Unterm Strich sank der Gewinn aber um 18% auf 3,3 Milliarden Dollar.
Die Intel-Aktie war in den vergangenen Monaten stark gestiegen, weil Anlegerinnen und Anleger darauf setzten, dass der Konzern mit neuen Produktionsverfahren vom Geschäft mit Technik für Rechenzentren profitieren wird.

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