Jetzt ist klar, wie die alte "Firmenhülle" der ehemaligen Babymilchpulver-Firma Hochdorf weiterverwendet werden soll: Die Schweizer Aktiengesellschaft HT5, die aus der ehemaligen Hochdorf-Gruppe hervorgeht, will mit der Tessiner Technologiefirma Centiel fusionieren und diese an die Schweizer Börse bringen.
Die Transaktion, die im ersten Halbjahr abgeschlossen werden solle, sei nach intensiven Verhandlungen vertraglich vereinbart worden, teilte HT5 mit. Die Fusion soll als Absorptionsfusion umgesetzt werden und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der HT5-Generalversammlung. In diesem Zusammenhang soll eine ordentliche Kapitalerhöhung erfolgen, bei der HT5-Aktien an die bisherigen Eigentümer von Centiel ausgegeben werden.
HT5 findet Centiel dem Vernehmen nach interessant, weil sich das auf Notstromlösungen spezialisierte Unternehmen in einem starken Wachstumsmarkt befindet. Es beliefert insbesondere Betreiber von Rechenzentren. Mit Centiel wollen die Verantwortlichen offensichtlich eine Möglichkeit schaffen, damit Anleger im Schweizer Kapitalmarkt direkt in den Boom von Rechenzentren investieren können.
Starkes Wachstum
Der von Centiel bediente Markt ist im Wachsen begriffen, angetrieben durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Zudem ist er stark konsolidiert. Centiel gilt in seinem Segment als etablierter Anbieter mit hoher technischer Verfügbarkeit und äusserst kurzen Ausfallzeiten. Das 2015 gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben in über 60 Ländern vertreten.
Die schuldenfreie Firma mit Sitz in Lugano-Cadro erzielte 2025 gemäss provisorischen Zahlen einen Umsatz von 46 Millionen Franken. Das Wachstum lag im letzten Jahr bei rund 25%, die EBIT-Marge belief sich auf 22%. Dank voller Auftragsbücher erwartet das Management in den nächsten Jahren weiteres profitables Wachstum.
"Der Börsengang ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Centiel", sagt Filippo Marbach, Mitgründer von Centiel. "Die zusätzliche unternehmerische Freiheit und Sichtbarkeit ermöglichen es uns, unsere Technologien schneller zu skalieren und neue Märkte zu erschliessen."