Das chinesische KI-Modell Deepseek hat innert wenigen Tagen
für grosse Aufregung in der KI-Szene gesorgt. Mit seiner Behauptung, das Training von Deepseek erfordere nur einen Bruchteil der Energie, die ChatGPT und die anderen grossen US-Modelle benötigen, hat das chinesische Startup die Aktienkurse von US-Techriesen zum Sinken gebracht.
Jetzt hat die italienische Datenschutzbehörde vom chinesischen KI-Startup Deepseek Auskunft über die Verwendung von Nutzerdaten verlangt. Die Behörde will wissen, welche persönlichen Daten gesammelt werden, aus welchen Quellen und zu welchen Zwecken.
Zudem verlangt die Behörde Auskunft über die Rechtsgrundlage und ob die Daten in China gespeichert werden. Deepseek und die mit ihm verbundenen Unternehmen haben 20 Tage Zeit, um diese Fragen zu beantworten, gab die Behörde in einem Communiqué bekannt.
Dabei handelt es sich um eine der ersten Massnahmen einer Aufsichtsbehörde, mit der das chinesische Startup untersucht werden soll. Italiens Datenschutzbehörde ist einer der aktivsten Wächter in Europa in Bezug auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Deepseek setzt auf Open-Source-Modelle. Die Daten werden auf Servern in China gespeichert. Der chinesischen Regierung nicht genehme Informationen, wie etwa zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 mit zig Toten, werden vom Chatbot unterschlagen.
OpenAI beklaut?
Derweil versuchen Microsoft und OpenAI den Verdacht zu schüren, dass Deepseek illegalerweise Daten des ChatGPT-Entwicklers verwendet habe, um sein KI-Modell zu bauen. Wie 'Bloomberg' berichtet, untersuchen die beiden Unternehmen einen Datenabfluss im letzten Herbst. Microsoft-Leute hätten beobachtet, dass eine "Gruppe, von der man glaubt, dass sie Verbindungen zu Deepseek hat", via die API von OpenAI eine grosse Menge an Daten kopiert habe. Microsoft habe OpenAI darauf aufmerksam gemacht und nun würden beide Unternehmen die Sache untersuchen.
David Sacks, in der neuen US-Regierung für Krypto und KI zuständig, sagte, dass es klare Hinweise darauf gebe, dass Deepseek "das Wissen aus den OpenAI-Modellen herausdestilliert" habe. Wie so etwas möglich sein soll, erklärte er allerdings nicht.
(Mit Material von Keystone-sda)