Kudelski ist zurück in den roten Zahlen

23. Februar 2023 um 11:02
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André Kudelski. Foto: Innosuisse / Alessandro Della Bella

Vor allem das TV-Geschäft läuft schlecht. Cybersecurity und IoT legen hingegen zu.

Kudelski hat 2022 wieder einen Verlust geschrieben. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dieser sank im Jahresvergleich um 8,8% auf 715,9 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dies ist aber deutlich weniger als die 744,0 Millionen, die Analysten erwartet haben. Das Unternehmen machte vor allem Währungseffekte für den Rückgang verantwortlich.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) ging ebenfalls deutlich auf 33,2 Millionen Dollar zurück (- 54,1%). Der Rückgang kam insofern nicht überraschend, da Kudelski bereits Anfang Februar in einer Gewinnwarnung das EBITDA-Ziel von 55 bis 75 Millionen Dollar gekippt hatte. Dennoch bleibt das Unternehmen noch einmal deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die knapp 50 Millionen erwartet hatten.

Verkäufe im Bereich Digital-TV schwächeln

Unter dem Strich schrieb Kudelski einen Verlust von 16,3 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr nach längerem wieder ein Gewinn von 20,4 Millionen Dollar ausgewiesen wurden. Der Verwaltungsrat schlägt daher den Aktionären vor, auf eine Dividende zu verzichten.
Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch das schlechter gelaufene Digital-TV-Geschäft. Der Netto-Umsatz sank hier im Jahresvergleich auf 300,6 Millionen Dollar, nach 355,1 Millionen im Vorjahr. Im Bereich Public Access, wozu etwa Zugangslösungen an Flughäfen, Einkaufszentren oder Stadien gehören, sank der Umsatz auf 280,2 Millionen Dollar (-1,4%). Der Umsatz sei durch den starken Euro belastet worden, so Kudelski.

Cybersicherheit und IoT wachsen

In den Bereichen Cybersicherheit und Internet of Things (IoT) konnte Kudelski zulegen. Der Netto-Umsatz im Cybersecurity-Business stieg leicht um 1,9% auf 109,3 Millionen Dollar. Gut sei vor allem das Geschäft in Europa gelaufen. Der Umsatz im IoT-Segment verdoppelte sich erneut auf 15,7 Millionen von 7,4 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Zusammen machen die beiden Bereiche nun einen Anteil von knapp über 20% am Gesamtumsatz aus. Nach wie vor sind jedoch beide Bereiche auf Stufe EBITDA defizitär, wobei der Verlust aber etwas eingedämmt werden konnte.
Für das laufende Jahr erwartet Kudelski unter der Annahme von stabilen Betriebskosten einen EBITDA zwischen 40 und 60 Millionen Dollar. Für das wichtige Digital-TV-Segment prognostiziert Kudelski einen Umsatzrückgang im kleinen einstelligen Prozentbereich. Der Bereich Public Access soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Wachstumstreiber sollen weiterhin IoT und Cybersicherheit bleiben.

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