Seit über 20 Jahren müssen Lastkraftwagen in der Schweiz eine Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) bezahlen. Die Steuer gilt für alle Fahrzeuge im Gütertransport, die ein Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen übersteigen und auf dem öffentlichen Strassennetz der Schweiz unterwegs sind. Dabei ist die Höhe der Abgabe vom Gesamtgewicht, der Emissionsstufe sowie den gefahrenen Kilometern abhängig.
In der Schweiz zugelassene LKWs verwenden für diese Abrechnungen ein spezielles Erfassungsgerät mit dem Namen Emotach. Die Daten daraus werden direkt ans Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) weitergeleitet. Ausländische Fahrzeuge deklarieren ihre Kilometerstände heute bei der Ein- und Ausfahrt der Schweiz an Abfertigungsterminals und entrichten dort die LSVA auf Basis dieser Angaben.
Zukünftig soll die Erhebung auch mit anderen Systemen erfolgen können. Dafür hat das BAZG einen Zuschlag über 57 Millionen Franken an eine Bietergemeinschaft bestehend aus LOSTnFOUND und Kapsch TrafficCom erteilt. Die Unternehmen sollen bis Ende 2024 dafür sorgen, dass die Erfassung von in- und ausländischen Fahrzeugen am Zoll parallel erfolgen kann. Dafür soll ein "Erfassungssystem Strasse" geschaffen werden, das die gesammelten Daten an eine zentrale Systemkomponente des BAZG weiterleitet.
Insgesamt gingen 6 Angebote für den Auftrag ein. Das Angebot der Bietergemeinschaft hat sowohl mit dem attraktivsten Preis als auch mit dem besten Betriebskonzept überzeugt. Dazu seien auch die übrigen Qualitätskriterien gut erfüllt worden, heisst es in der Begründung. Die ganze Vergabe ist aufgeteilt in einen Grundauftrag von knapp 49 Millionen Franken sowie Optionen im Umfang von über 8 Millionen Franken.