Luzern: Bereits diese Woche End Of Life für Educase?

2. März 2022 um 15:58
image
Ein Schiff auf "Irrfahrt" auf dem Vierwaldstättersee. Foto: Luca / Unsplash

Der Entwickler hat den Vertrag mit dem Kanton per sofort gekündigt. Schulen in über 60 Gemeinden sind davon betroffen.

Im Kanton Luzern müssen die Gemeinden, welche die Schul­ad­mini­strations­software Educase nutzen, möglicherweise wieder auf eine alte Software umstellen. Die Entwicklerfirma Base-Net Education hat den Vertrag nach dem Abbruch des Projekts durch den Regierungsrat per sofort gekündigt.
In der Sendung 'Regionaljournal Zentralschweiz' von SRF sagte der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann, er könne bestätigen, dass die Kündigung von Seiten des Lieferanten eingegangen sei. Der Kanton sei aber nicht auf dem falschen Fuss erwischt worden, eine Kündigung habe sich während der letzten Gespräche mit der Softwarefirma bereits abgezeichnet. 64 Gemeinden müssen ihre Schulsoftware erneut umstellen.
Noch Anfang Februar schrieb Base-Net Education in einer Stellungnahme gegenüber 'inside-it.ch': "Der heute vom Kanton Luzern im Rahmen einer Medienmitteilung kommunizierte einseitige Projektabbruch ist für uns nicht nachvollziehbar." Der Softwarelieferant wolle rechtliche Schritte prüfen und lies zudem verlauten: "Wir sind überzeugt, dass das Projekt erfolgreich zu Ende geführt werden kann."

Gemeinden enttäuscht

Die Gemeinden sind über den Verband Luzerner Gemeinden (VLG) in das Projekt eingebunden. Deren Präsident Ludwig Peyer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA', die Gemeinden seien überrascht und enttäuscht darüber, dass der Softwareentwickler nun auf Konfrontation gehe.
Gemäss dem 'Regionaljournal' könnte die Software wegen der Kündigung schon Ende Woche abgeschaltet werden. Der Bildungsdirektor Schwerzmann erklärte auf Anfrage, dass der Termin für das End of Life der Applikation nicht die Entscheidung des Bildungsdepartements sei. Er sei optimistisch, dass eine Lösung gefunden werden könne. Der Kanton strebe dabei eine einvernehmliche Lösung an, erklärte er weiter.
VLG-Präsident Ludwig Peyer sagte, dass die Daten der Schulen gesichert seien. Der Kanton werde den betroffenen Gemeinden die alte Software wieder zur Verfügung stellen, damit der Schulbetrieb weitergeführt werden kann. Damit scheint die über 5-jährige Odyssee der Luzerner Schuladministrationssoftware Educase zumindest ein Ende gefunden zu haben, auch wenn es kein glückliches ist. Es bleibt zu hoffen, dass das bereits von der Politik angekündigte Nachfolgeprojekt für den Kanton, die Lehrerinnen und Lehrer und insbesondere auch die Schülerinnen und Schüler erfolgreicher verlaufen wird.

Loading

Mehr zum Thema

image

Threema will nicht mit Whatsapp chatten

Dass die EU Meta dazu gezwungen hat, Whatsapp für andere Chat-Dienste zu öffnen, sei gut gemeint, aber schlecht für den Datenschutz, glaubt Threema.

publiziert am 24.7.2026
image

Kühne+Nagel profitiert von KI-Boom

Der Logistikkonzern transportiert zunehmend Komponenten für KI-Rechenzentren und will zugleich mit Künstlicher Intelligenz die eigene Produktivität steigern.

publiziert am 23.7.2026
image

Google kassiert die nächste Millionenbusse

Die EU-Kommission verhängt gegen Google eine Busse von 890 Millionen Euro und verlangt Änderungen bei der Websuche sowie im Play Store.

publiziert am 23.7.2026
image

EU bringt die Chatkontrolle zurück

Auf Initiative der EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erhält die Übergangsregelung zur Chatkontrolle eine weitere Verlängerung. Eine endgültige Lösung wird aber gesucht.

publiziert am 22.7.2026