Mecklenburg-Vorpommern wechselt auf Open Source

6. Juli 2026 um 09:23
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Foto: Oleksandr Parfeniuk / Unsplash

Das norddeutsche Bundesland hat Microsofts Sharepoint-Server abgeschaltet und die Open-Source-Lösung Nextcloud installiert. Aktuell nutzen rund 5000 Beschäftigte die Plattform.

Mecklenburg-Vorpommern zieht als zweites deutsches Bundesland den Produkten von Microsoft den Stecker und wechselt auf Open Source. In Partnerschaft mit Schleswig-Holstein habe der landeseigene IT-Dienstleister DVZ M-V die quelloffene Plattform Nextcloud eingeführt, teilt das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung mit.
Aktuell würden rund 5000 Beschäftigte der Landesverwaltung die Kollaborationsplattform aktiv nutzen. Mittelfristig soll die Lösung für Chat, Groupware und Videokonferenzen ausgebaut werden, heisst es. Geplant sei, die Lösung allen über 50'000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung bereitzustellen. "Der Umstieg von Microsoft Sharepoint ist schrittweise und ohne Daten- und Reibungsverluste für die Beschäftigten abgeschlossen worden. Gemeinsam mit der DVZ M-V haben wir eine Plattform aufgebaut, die heute zuverlässig läuft und Schritt für Schritt erweitert wird", sagt der CIO von Mecklenburg-Vorpommern, Marco Anschütz, laut der Mitteilung.

Projektsoftware und Verwaltungschatbot

Dem Ministerium zufolge ist die Einführung von Nextcloud ein Teil einer umfassenderen Open-Source-Strategie des Landes: Parallel setze das Land auf Openproject als Alternative zu proprietären Projektmanagement-Lösungen. Mit dem Verwaltungschatbot "Lea" sei ausserdem ein eigener, lokal kontrollierter KI-Assistenten entwickelt worden.
Die Digitalstrategie Mecklenburg-Vorpommern sieht den Angaben zufolge vor, die digitale Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Unabhängigkeit der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen. "Wir planen, den Einsatz von Open Source kontinuierlich auszubauen und die Nutzung gemeinsamer Standards und offener Schnittstellen für IT-Lösungen der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Nur so können Land und Kommunen auch in Zukunft handlungsfähig bleiben. Genau hier setzen wir mit Nextcloud an", lässt sich der Finanz- und Digitalisierungsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Heiko Geue, zitieren.

Vorreiter Schleswig-Holstein

Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Einsatz von Open Source in der Verwaltung nicht allein. Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein arbeitet seit 2024 an der Ablösung von proprietärer Software und kooperiert seit November 2025 mit dem Schweriner Ministerium für Finanzen und Digitalisierung. Sowohl dort als auch in der Kieler Landesverwaltung wird auf Nextcloud gesetzt. "Solche Allianzen zwischen Ländern sind entscheidend, um Open Source in der öffentlichen Verwaltung zum Standard zu machen statt zur Ausnahme", meint Nextcloud-CEO Frank Karlitschek.
Die Open-Source-Lösung erhalte in Europa vermehrt Zuspruch, so die Mitteilung: In Frankreich stellt die Region Île-de-France mehr als 550'000 Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Verwaltungsmitarbeitenden eine Kollaborationsplattform auf Basis von Nextcloud bereit. Im vergangenen Jahr stellte das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus rund 1200 Mitarbeitende auf Nextcloud um.

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