Meinung: Die KI hat das Metaverse gekillt

14. März 2023 um 13:31
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Kann nicht schwingen. Inside-it.ch-Chefredaktor Reto Vogt.

Mit dem Metaverse ist es schon wieder vorbei, bevor es richtig angefangen hat, kommentiert Chefredaktor Reto Vogt.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist nicht zu beneiden. Er setzte grosse Stücke auf die virtuelle Welt und benannte sogar seine Firma danach. "Wir sind überzeugt, dass das Metaverse der Nachfolger des mobilen Internets sein wird", sagte er grossspurig. Aber er täuschte sich gewaltig.
Die Anzahl Menschen, die schon mal einen Fuss ins Metaverse setzten, dürfte jener, die ein elektronisches Patientendossier (EPD) besitzen, recht ähnlich sein – zumindest hier in der Schweiz. Doch während das EPD mit der richtigen Medizin noch überleben kann, liegt das Metaverse schon palliativ.

Nicht mal Mitarbeitende haben die Vision verstanden

Die virtuelle Welt kam nie recht vom Fleck und wurde sogar innerhalb des Meta-Konzerns nie richtig verstanden. In einer Umfrage unter 1000 Mitarbeitenden sagten 42%, dass sie die eigene Metaverse-Version nicht begriffen hätten.
Wahnsinnige 24 Milliarden Dollar Verlust schrieb Meta in den Jahren 2021 und 2022 mit der Idee – und halbierte in dieser Zeit die eigene Marktkapitalisierung. Das einstige Billionen-Dollar-Unternehmen ist heute noch knapp 470 Milliarden Dollar wert. Das fehlende Geld führte dazu, dass es bei Meta im November 2022 zum ersten Mal seit Firmengründung zu einer Massenentlassung kam.

24 Milliarden Dollar Verlust

Vom einstigen Metaverse-Team ist nicht mehr viel übrig. Auch andere Unternehmen wie Microsoft sparen in dem Bereich. Stattdessen setzt Zuckerberg (wie viele andere) auf Künstliche Intelligenz. "Kurzfristig werden wir uns auf die Entwicklung kreativer und ausdrucksstarker Tools konzentrieren. Langfristig werden wir uns auf die Entwicklung von KI-Personas konzentrieren, die Menschen auf vielfältige Weise helfen können", schrieb Zuckerberg.
Zugegeben, auch das Ende der Pandemie hat nicht geholfen, dass das Metaverse funktionierte. In Zeiten, wo alle von zu Hause arbeiteten, konnte man sich eine virtuelle Welt eher vorstellen. Doch als richtige Treffen wieder möglich waren, verleideten manchen schon die täglichen Zoomcalls. Niemand wollte sich mehr stundenlang mit Avataren unterhalten.

Schwingen im Metaverse

Doch den endgültigen Todesstoss versetzt hat ChatGPT. Die KI kam mit einer solchen Wucht (und für alle sichtbaren Nutzen) auf den Markt, dass sie das Metaverse völlig vergessen liess. Das Ende von Corona hat das Metaverse auf den Scheitstock gelegt. Doch die KI hat das Beil gepackt …
Aber es gibt noch ein kleines Land, das tapfer Widerstand leistet. Die Schweiz! Sie soll im Metaverse weltweit führend werden, weshalb Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung die "Swiss Metaverse Association" gegründet haben.
Wie es ist, weltweit führend zu sein, wenn sonst niemand mehr mitmacht, kennen wir ja schon vom Schwingen.

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