Microsoft 365: Auch Thurgau will den "De-Facto-Standard"

31. August 2023 um 07:59
image
Der Thurgauer Regierungsrat. Foto: Kanton Thurgau

Der Regierungsrat hat entschieden, dass im Kanton Microsoft 365 schrittweise ausgerollt wird. Er ist voll des Lobes für die Services.

Was Zürich kann, kann der Thurgau schon lang: Das mag sich die Regierung des Kantons gedacht haben, als sie entschied, den Einsatz von Microsoft 365 in der Verwaltung zuzulassen. Heute hat der Regierungsrat mitgeteilt, dass die Services aus der Cloud etappenweise eingeführt werden. Zürich hatte die Welle mit einem Regierungsbeschluss im April 2022 zumindest mit­an­ge­stos­sen. Weitere Kantone sind gefolgt – zum Beispiel Bern, Solothurn und Schaffhausen – und auch der Bund sowie mehrere Städte migrieren.
Und nun also der Thurgau. Ganz freiwillig kommt der Entscheid im Osten aber nicht: Die heute noch im Einsatz befindliche Version "Microsoft Office 2016" wird ab Oktober 2025 nicht mehr unterstützt. Eine Migration auf eine neuere Version sei also vor diesem Zeitpunkt zu vollziehen, heisst es in einer Mitteilung der Thurgauer Regierung.
Diese lobt die Software-as-a-Service-Lösung darin aber auch. MS365 sei nicht nur eine Nachfolge, sondern biete eine voll ausgebaute Kollaborations­platt­form, die in der Privatwirtschaft und im Behördenumfeld bereits weit­ver­breitet sei. Es sei ein "De-facto-Standard", schreibt die Regierung, und legt damit nahe: Eine Alternative gebe es kaum.
Der faktische Standard ist aber bis heute Gegenstand von Diskussionen zwischen Datenschützern und privaten Juristen, die Behörden den Zugang zu den Tools erleichtern möchten. Einige Vorteile liegen auf der Hand: Flexibilität, Skalierbarkeit, Verfügbarkeit, breite der Palette und Usability dürften für MS365 sprechen. Auch Security wird immer wieder angeführt, seit dem Diebstahl eines Cloud-Schlüssels mit schwerwiegenden Auswirkungen, wird das aber auch kritisch beurteilt. Derzeit untersucht das US-Departement für Homeland Security den Fall.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Aussendepartement ersetzt IAM-Lösung

Das Departement sucht eine Nachfolge-Software für den Microsoft Identity Manager. 2027 soll mit der Ablösung begonnen werden.

publiziert am 6.10.2026
image

Bund definiert neue IT-Schlüsselprojekte

Das Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware und Easygov 2.0 werden zu Schlüsselprojekten. Abgestuft wird das Projekt Nepro bei Swisstopo.

publiziert am 6.10.2026
image

Chefetage nutzt KI häufiger als Fachkräfte

Fast alle Führungskräfte nutzen KI mehrmals täglich – bei den Fachkräften sind es lediglich 30%. Es gibt eine deutliche KI-Lücke zwischen den Führungsebenen.

publiziert am 5.10.2026
imageAbo

Kritik an USZ-Entscheid für US-Software Epic

Der Entscheid des Universitätsspitals Zürich für das Klinikinformationssystem des US-Anbieters Epic trifft weiterhin auf Kritik im Zürcher Kantonsrat.

publiziert am 5.10.2026