Was Zürich kann, kann der Thurgau schon lang: Das mag sich die Regierung des Kantons gedacht haben, als sie entschied, den Einsatz von Microsoft 365 in der Verwaltung zuzulassen. Heute hat der Regierungsrat mitgeteilt, dass die Services aus der Cloud etappenweise eingeführt werden. Zürich hatte die Welle mit einem
Regierungsbeschluss im April 2022 zumindest mitangestossen. Weitere Kantone sind gefolgt – zum Beispiel
Bern,
Solothurn und
Schaffhausen – und auch der
Bund sowie mehrere Städte migrieren.
Und nun also der Thurgau. Ganz freiwillig kommt der Entscheid im Osten aber nicht: Die heute noch im Einsatz befindliche Version "Microsoft Office 2016" wird ab Oktober 2025 nicht mehr unterstützt. Eine Migration auf eine neuere Version sei also vor diesem Zeitpunkt zu vollziehen, heisst es in einer Mitteilung der Thurgauer Regierung.
Diese lobt die Software-as-a-Service-Lösung darin aber auch. MS365 sei nicht nur eine Nachfolge, sondern biete eine voll ausgebaute Kollaborationsplattform, die in der Privatwirtschaft und im Behördenumfeld bereits weitverbreitet sei. Es sei ein "De-facto-Standard", schreibt die Regierung, und legt damit nahe: Eine Alternative gebe es kaum.
Der faktische Standard ist aber bis heute
Gegenstand von Diskussionen zwischen Datenschützern und privaten Juristen, die Behörden den Zugang zu den Tools erleichtern möchten. Einige Vorteile liegen auf der Hand: Flexibilität, Skalierbarkeit, Verfügbarkeit, breite der Palette und Usability dürften für MS365 sprechen. Auch Security wird immer wieder angeführt, seit dem Diebstahl
eines Cloud-Schlüssels mit schwerwiegenden Auswirkungen, wird das aber auch kritisch beurteilt. Derzeit
untersucht das US-Departement für Homeland Security den Fall.