Microsoft bringt KI-Agenten Manieren bei

4. Juni 2026 um 10:14
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Microsoft-CEO Satya Nadella an der "Build". Foto: Microsoft / Dan DeLong

An der Entwicklerkonferenz "Build" wendet sich Microsoft an eine vermeintlich aussterbende Zielgruppe. Programmiererinnen und Programmierer bekommen neue KI-Tools an die Hand.

In wenigen Jahren dürfte KI das Entwickeln von Software perfektioniert haben. Dann könnten sich die einen KI-Agenten um Support und Wartung kümmern, während die anderen die Rückmeldungen der Userinnen und User einsammeln und die Weiterentwicklung der Anwendungen übernehmen. Diese Vision könnte wahr werden, wenn da nicht gelebte Geschäftsprozesse, firmenspezifische Regulatorien und geschützte Unternehmensdaten wären, die für KI (vorerst) unerreichbar bleiben.
Der Softwarekonzern Microsoft macht an der Entwicklerkonferenz "Build" in San Francisco mehrere Vorschläge, wie Programmiererinnen und Programmierer KI für das Geschäftsleben fit machen können. Und ihnen dabei Manieren beibringen können: kein Halluzinieren, keine Hassrede, keine Sicherheitsrisiken.
Die Wissensbasis für KI und Agenten stellt dem Anbieter zufolge "Microsoft IQ" bereit, wobei sowohl Allgemeinwissen als auch Unternehmenswissen inkludiert sein sollen. Die Datenebene lässt sich unter anderem in Copilot Studio und Github Copilot einbinden für die Entwicklung von Agenten. Die Anwendungspraxis kennt "Work IQ", so Microsoft. Hier werde erfasst, wie Benutzende in ihrem Alltag tatsächlich mit den Applikationen arbeiten. KI-Agenten sollen damit zum Beispiel lernen können, wie die Zusammenarbeit unter Kolleginnen und Kollegen funktioniert, welche Tools dabei eingesetzt werden, welche Daten verwendet werden und welche Dokumente entstehen. Das neu entwickelte "Web IQ" preist Microsoft als die schnellste Möglichkeit an, KI-Agenten mit praxisnahen Informationen zu versorgen. Die modellunabhängige Technologie liefere relevante Textpassagen 2,5-mal schneller als die nächstbeste Alternative, behauptet der Hersteller.

Geschützte Umgebung für Agenten

Das Betriebssystem Windows ist für Microsoft selbstredend die bevorzugte Plattform für Agenten. Allerdings überlässt ihnen der Hersteller nicht das Feld: Mit Microsoft Execution Containers (MXC) bekommen Administratoren und Entwicklerinnen eine Sandbox-Technologie bereitgestellt. In der Umgebung lassen sich einmalig unternehmensspezifische Anforderungen für Agenten definieren, die anschliessend vom Betriebssystem durchgesetzt werden.
Die MXC-Technologie setzt Microsoft für Openclaw unter Windows ein, womit sich auch mehrstufige Workflows innerhalb der vom Betriebssystem vorgegebenen Grenzen ausführen lassen. Die Agenten-Laufzeitumgebung Openshell von Nvidia nutzt MXC, wobei zusätzlich Policy Management, Inference Routing und die Anonymisierung sensibler Daten verfügbar sind. Gemäss Microsoft erhalten Programmierer und Administratorinnen mit den Tools jeweils eine sichere Umgebung für die Entwicklung und Bereitstellung von Agenten. IT-Teams stellen Governance-Werkzeuge bereit, die sie für lokale Geräte und Cloud-Umgebungen benötigen, so der Softwarekonzern.

Entwickler-PC mit Nvidia-Chip

Als neue Hardwareplattform für die KI-Entwicklung schlägt Microsoft die Surface RTX Spark Dev Box vor. Der Arm-Computer basiert auf dem RTX-Spark-Prozessor von Nvidia und 128 Gigabyte Unified Memory für CPU und GPU. Laut Hersteller verspricht der PC eine Rechenleistung bis zu einem Petaflop, was für lokale Large Language Models mit bis zu 120 Billionen Parametern und einem Kontext von bis zu 1 Million Tokens ausreichend sein soll.
Die Maschine ist Microsoft zufolge für die KI-Entwicklung vorkonfiguriert, wobei Visual Studio Code, Github Copilot und weitere Microsoft-Tools vorinstalliert sind. Das Surface-Modell soll noch in diesem Jahr zumindest in den USA erhältlich sein. Microsoft-CEO Satya Nadella will selbst bereits auf der Warteliste für die Maschine stehen, wie er in der Keynote zur "Build"-Konferenz sagte.

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