Microsoft zeigt neues KI-Office in Zürich

29. April 2026 um 13:52
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Microsofts Judson Althoff. Foto: inside-it.ch

An einem Anlass in der Messe Zürich veranschaulichte Microsoft, wie sich der Konzern die Produktivität der Zukunft vorstellt. Office braucht es noch, aber nur als KI-Ergänzung.

Im Vorfeld des Verkaufsstarts rührte Microsoft an einem Anlass in Zürich die Werbetrommel für mehrere Produktneuheiten. Eine neue M365-Suite und zum Beispiel Agent 365 für das Management von KI-Agenten sind ab Anfang Mai für Kundinnen und Kunden buchbar, kündigte Judson Althoff, Chef Microsoft Commercial Business, an dem Anlass vor mehr als 2200 Führungskräften, Kundinnen und Kunden sowie Partnern an.
Wie die neuen Lösungen zusammenarbeiten demonstrierten Althoff und mehrere Microsoft-Kolleginnen und -Kollegen auf der Bühne in Zürich. Die hauseigene KI Copilot war jeweils der Ausgangspunkt, die Daten und Informationen aus diversen Microsoft-Anwendungen zusammenfasst und mit den gängigen Büroautomationswerkzeugen aufbereitet. Die Durchgängigkeit ist dabei der Knackpunkt, besitzt Microsoft doch ein Quasimonopol bei Office-Anwendungen. Wenn KI in die verbreiteten Applikationen integriert wird und ihre Dienste tun kann, wird die Technologie bald ebenfalls so breit verwendet wie die Office-Anwendungen selbst, lautet offenbar Microsofts Kalkül.
In der Präsentation von Althoff blieb unerwähnt, welches Risiko ein Unternehmen eingeht, wenn es der KI vertrauliche Geschäftsdaten für einen Marketingplan, die Produktionsplanung oder eine Vermarktungsstrategie bereitstellt. Microsoft-Manager Althoff betonte, dass die KI- und die Agenten-Funktionen von Copilot mit jedem gängigen Sprachmodell funktionieren würden. Der Softwarekonzern habe Copilot für Vertraulichkeitseinstufungen mit den hauseigenen Lösungen Benutzerverwaltung (Entra ID) sowie Compliance und Security (Purview) verbunden, so dass eine interne Verkaufsstatistik automatisch nur von einem bestimmten Benutzerkreis geöffnet werden könne und als vertraulich klassifiziert werde.

KI bei ABB, Adecco, Swiss Re

Althoff wusste, dass die Schweizer Wirtschaft schon ihre Erfahrung mit Microsofts KI gesammelt hat. Beispielsweise sprach er auf der Bühne mit Peter Terwiesch von ABB, der vor mittlerweile zehn Jahren das erste KI-Pilotprojekt initiiert hat. Seitdem habe der Konzern zusammen mit Microsoft Copilot-Lösungen für diverse Anwendungsszenarien entwickelt, berichtete Terwiesch.
Caroline Basyn von Adecco blickte auf einen dreijährigen Erfahrungsschatz mit KI zurück. Während dieser Zeit hätten sich "People first", "Trust" und "Scale" als wesentliche Lehren aus den KI-Projekten herauskristallisiert, wie sie sagte. Der CIO von Swiss Re, Vasco Nunes, will vor acht Jahren mit den Vorbereitungen auf den konzernweiten KI-Einsatz begonnen haben, als ein zentrales Data Warehouse errichtet wurde. Mittlerweile sei Copilot auf allen Arbeitsplätzen des Versicherungsunternehmens ausgerollt, so Nunes. Die Mitarbeitenden würden von qualitativ höherwertigen Arbeitsmitteln und einem Produktivitätsgewinn berichten, doppelt er nach.

KI-Know-how für die Schweiz

Über den grossen Zuspruch der einheimischen Organisationen und Unternehmen freute sich an dem Anlass die CEO von Microsoft Switzerland, Catrin Hinkel. Ihr zufolge sei KI längst nicht mehr auf Pilotprojekte beschränkt, sondern entwickle sich zunehmend zu einem festen Bestandteil von Entscheidungsfindung, Kernprozessen und Unternehmensstrategie.
Die Millioneninvestitionen von Microsoft Schweiz in die lokale Infrastruktur, Innovationsförderung und Bildung würden Früchte tragen, sagte Hinkel. Als ein Beispiel führte sie an, dass die Mitte vergangenen Jahres gestartete Fortbildungsinitiative für die Schweizer Bevölkerung auf gutem Weg sei. Von den eine Million Schweizerinnen und Schweizern, die bis 2027 in KI geschult werden sollen, hätten nach neun Monaten bereits die Hälfte eine Fortbildung absolviert.
Update 30.4.: Die ursprüngliche Überschrift des Artikels (Microsoft bringt neues KI-Office nach Zürich) war zweideutig. Microsoft Schweiz wollte den Eindruck vermeiden, dass in Zürich ein neues Office eröffnet wird. Auf Wunsch haben wir die Überschrift geändert.

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