Musk will Zeichen­ober­grenze bei Twitter deutlich anheben

12. Dezember 2022, 10:50
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Elon Musk an einer Veranstaltung 2019. Foto: Jurvetson unter CC BY-SA 2.0

4000 anstatt 280 Zeichen sollen es bald sein, wie der Twitter-Besitzer bestätigte. Die Plattform nimmt ausserdem einen neuen Anlauf mit dem Abo-Modell, das zuletzt zu Chaos geführt hatte.

Bei Twitter könnte die Begrenzung auf 280 Zeichen wegfallen. Auf eine Frage, ob Gerüchte über die Erhöhung der Zeichenbegrenzung auf 4000 wahr seien, antwortete CEO Elon Musk auf Twitter mit einem knappen "Ja", ohne weitere Informationen preiszugeben. Twitter startete ursprünglich mit einer Obergrenze von 140 Zeichen – die Länge einer SMS – und erhöhte die Zeichenzahl 2017 auf 280.
Elon Musk hatte bereits mehrfach angedeutet, dass er die Begrenzung nicht für sinnvoll halte. Nutzende würden Screenshots von längeren Texten teilen oder längere Texte in Threads aufteilen. Allerdings liegen derzeit noch keine weiteren Informationen vor, wann sich die Zeichenobergrenze allenfalls ändert.
Definitiv ist aber der Neustart des Abo-Modells. Auf den heutigen Montag, 12. Dezember, plant das Unternehmen den Abo-Service "Blue" wieder einzuführen. Wer bezahlt, erhält ein blaues Häkchen und weitere Vorteile, wie die Möglichkeit, Tweets zu bearbeiten.
Der Service startet zunächst in 5 Ländern und kostet 8 Dollar pro Monat. Für iOS-Nutzende wird Twitter Blue mit einem höheren Preis von 11 Dollar zu Buche schlagen, nachdem Musk die 30%-Provision von Apple für In-App-Käufe kritisiert hatte.
Beim ersten Versuch führte die Einführung des kostenpflichtigen blauen Haken zu einem regelrechten Chaos. Denn ursprünglich erhielten Personen oder Unternehmen ein blaues Häkchen, wenn ihre Identität überprüft worden war. Dieses Häkchen war bisher kostenlos und wurde etwa an Politikerinnen, Prominente, Journalisten und Organisation vergeben. Mit dem Abo war es plötzlich allen möglich, ein solches blaues Häkchen neben ihrem Profilname zu haben. Das Ergebnis war, dass viele Benutzer ein Häkchen kauften, um sich als andere Benutzer auszugeben und allgemein Unfug zu treiben. Etwa musste das Pharmaunternehmen Eli Lilly klarstellen, dass Insulin in den USA künftig nicht kostenlos vertrieben werde, nachdem dies von einem Fake-Account getweetet wurde. Twitter setzte den neuen Service schliesslich aus.
Nun folgt also ein neuer Anlauf. Das blaue Häkchen mit dem Abo soll es erst nach einer Verifizierung der Telefonnummer und einem Profil-Review geben. Neu werde es zudem für die verschiedenen User-Gruppen unterschiedliche Farben geben: goldene Häkchen für Unternehmen und bald auch graue Häkchen für Regierungs- und "multilaterale Konten".
Für beide Ankündigungen gibt es einiges an Kritik von Nutzerinnen und Nutzern. Der Review-Prozess sei unklar und man wisse somit immer noch nicht, was es effektiv bedeutet, wenn ein Konto mit einem Häkchen versehen ist. Mit der Aufhebung der Zeichenobergrenze verliere die Plattform eines ihrer Alleinstellungsmerkmale, schreiben User auf Twitter.

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