Nationalrat bleibt skeptisch gegenüber Akquisitionen der Post

13. März 2024 um 15:06
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Foto: Parlament.ch

Der Rat hat eine weitere Motion verabschiedet, die verlangt, dass die Post Unternehmenskäufe bewilligen lassen muss.

Der Nationalrat erhält den Druck auf den Bundesrat betreffend die Unternehmenskäufe der Post aufrecht. Er hat eine zweite Motion angenommen, die verlangt, dass das Unternehmen Akquisitionen bewilligen lassen muss.
Mit 112 zu 80 Stimmen bei einer Enthaltung nahm die grosse Kammer eine Motion des Aargauer FDP-Nationalrats Matthias Samuel Jauslin an. Der Vorstoss geht nun an den Ständerat.
"Die Post soll sich auf ihren verfassungsmässigen Auftrag konzentrieren und nicht private, bereits gut versorgte Märkte bewirtschaften", sagte Jauslin. Heute würden private Unternehmen durch die Post unfair konkurrenziert, kritisierte er. Zugleich spare der Gelbe Riese bei Briefzustellungen und beim Poststellennetz.
Jauslins Vorstoss verlangt konkret ein nicht näher definiertes "geeignetes Genehmigungsverfahren", wobei die Post bei grösseren Akquisitionen die Wirtschaftlichkeitsrechnung offenlegen müsste.

Unternehmerisch agieren, oder nicht?

Jacqueline Badran (SP/ZH) hielt Jauslin entgegen, die Bürgerlichen hätten gewollt, dass die Post unternehmerisch agiere, kritisierten dies aber nun.
Auch Bundesrat Albert Rösti sagte, es entspreche dem Auftrag des Parlaments, dass die Landesregierung nicht ins operative Geschäft der Post eingreife. Er räumte aber auch ein, dass einige Übernahmen Fragen aufwerfen.
In seiner schriftlichen Stellungnahme schrieb der Bundesrat, die Post stehe vor grossen Herausforderungen. Sie müsse die Grundversorgung ohne Subventionen erbringen. Zugleich gingen die Briefmengen und Transaktionen am Schalter zurück.
Eigentlich ändert der Entscheid des Nationalrats wenig. Das Parlament hatte schon gegen den Willen des Bundesrats einen ähnlichen Vorstoss des Innerrhoder Mitte-Nationalrats Thomas Rechsteiner an den Bundesrat überwiesen. Darin wird gefordert, dass für Akquisitionen ausserhalb des Leistungsauftrages der Post künftig eine Bewilligung des Bundesrats nötig sein soll. Der Ständerat hatte die Motion Rechsteiners in der vergangenen Woche als Zweitrat gutgeheissen. Es scheint also wahrscheinlich, dass der Ständerat auch die Motion von Jauslin annimmt.

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